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AKW Leibstadt
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- Uploaded on August 9, 2008
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Attribution-No Derivative Works
by schnitzgeli -
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- Camera: NIKON E5700
- Taken on 2003/03/01 16:17:35
- Exposure: 0.002s
- Focal Length: 8.90mm
- F/Stop: f/6.300
- ISO Speed: ISO100
- Exposure Bias: 0.00 EV
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Comments
Benedikt Jorns, on November 4, 2008, said:
Die neusten Statistiken vom Bundesamt für Energie (2006) zeigen für die Stromproduktion in der Schweiz: Kernenergie 42.2% (bleibt bis zur Abschaltung von Mühleberg und Beznau annähernd konstant), Sonnenenergie 0.038%, (2005: 0.033%) Windenergie 0.026% (2005: 0.014%). Bei diesen mikroskopisch kleinen Anteilen der neuen erneuerbaren Energien sind grosse Zuwachsraten schnell einmal möglich. In Deutschland sieht die Statistik vor allem bei der Produktion von Windenergie ganz anders aus. Dort entspricht das Potential der nutzbaren Windkraft vielleicht der bei uns schon lang vorhandenen Stromproduktion mit Wasserkraft. Deutschland produziert zwar im Moment prozentual noch etwa halb soviel erneuerbare Energie wie wir, holt diesen Rückstand jedoch allmählich auf. Allerdings gehören die vielen dort vorhandenen Kohlekraftwerke mit der Nutzung von Braunkohle zu den schlimmsten CO2-Schleudern in der EU. Dass die BKW wegen den seltsamen Regeln mit den im Kyoto-Protokoll geschichtlich begründeten CO2-Kontingenten einen Teil der Stromproduktion nach Deutschland verlegen will und sich dort an einem Kohlekraftwerk beteiligt, wirkt schon fast pervers. In Deutschland müssen andere Prioritäten gesetzt werden. Neben der Förderung der Nutzung von Windkraft ist es vor allem die geplante CO2-Abspaltung, welche eine Verbesserung der Situation bringen muss. Die Meinungen in Deutschland gehen zudem sehr auseinander, ob der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie (wie Z.B. in Schweden) vollzogen werden soll. Die international beachtenswerte Forschung und Entwicklung in der Reaktortechnik (vor allem im Bereich der Kernfusion) ist ein klarer Hinweis, dass Deutschland das Kapitel Kernkraftwerke weiter schreibt.
Natürlich sind die heutigen prozentualen Anteile der Kernenergie und der erneuerbaren Energien an der weltweiten Energieproduktion ein Pappenstiel gegenüber den fossilen Energiequellen, welche weltweit 80% der Energie liefern. Es braucht schon sehr viel Optimismus, dem Trio "Energieeffizienz", "erneuerbare Energien" und "Kernenergie" zusammen mit der CO2-Abspaltung, mittelfristig eine Chance zu geben, unseren stets noch steigenden CO2-Ausstoss auf ein erträgliches Mass sinken zu lassen. Geben wir doch diesem Optimismus eine Chance! Langfristig sieht’s anders aus: Die fossilen Brennstoffe werden früher oder später nicht mehr im heutigen Ausmass zur Verfügung stehen. Man muss kein Prophet sein, um für diese Zeit vorauszusagen, dass nur die erneuerbaren Energien und die dank der Kernfusion unbeschränkt zur Verfügung stehende Kernenergie von uns dann noch werden nutzbar sein. Unklar ist noch, welche dieser Energieformen für die mengenmässig beachtliche Treibstoffherstellung (wahrscheinlich Wasserstoff) bevorzugt werden wird. Die maximal sinnvoll herstellbare Menge Bio-Treibstoff kann ungefähr abgeschätzt werden. Es wird angenommen, dass die heutige Nutzung von Biomasse (ca. 11% der weltweiten Gesamtenergie-Produktion) mengenmässig nachhaltig sei, sich jedoch regional anders aufteilen müsse. Daneben muss die Treibstoff-Herstellung von riesigen Solarenergieanlagen oder grossen Parks von Kernkraftwerken (vorerst Generation IV, später Kernfusion) wahrgenommen werden. Die Windkraft oder andere erneuerbare Energien sind nach heutiger Einschätzung dazu wenig geeignet. Zwar findet diese Entwicklung weder heute noch morgen statt, doch ist der Weg dorthin technisch derart anspruchsvoll, dass unsere Forschung, Entwicklung und Erfahrungssammlung nicht unabhängig von dieser langfristigen Sicht sein darf.
gerfri, on July 16, said:
Wann denkt die Menschheit um??? No atom!
Benedikt Jorns, on July 18, said:
Gruss ins Burgenland an gerfri und ein Kompliment für die schönen Fotos!
„No atom!“ lebt ihr Österreicher sehr konsequent. Das fertig erstellte AKW Zwentendorf habt ihr gar nie in Betrieb genommen und euch mit neuen Gesetzen vom „Atommüll“ befreit. Gleichzeitig fördert ihr die Nutzung erneuerbarer Energie. Stolze 23 % eurer Gesamtenergieproduktion wird jetzt so gewonnen – Bravo! Wir Schweizer sind zwar mit 17 % auch nicht schlecht, wenn man etwa mit Deutschland (7 % im 2008, siehe Wikipedia) vergleicht.
Doch wer genau hinschaut erkennt, dass ihr auch nur mit Wasser kocht: Zwentendorf wurde durch das die Umwelt belastende Kohlekraftwerk Dürnrohr ersetzt und im Gegensatz zur Schweiz erzeugt ihr über 30 % eures Stroms mit fossilen Brennstoffen. Gleichzeitig gelingt euch die Eigenversorgung mit elektrischer Energie zunehmend schlechter. Wie der importierte Strom gewonnen wird, wisst ihr nicht. Da der Import vorwiegend aus Deutschland (rund 13'000 GWh) und Tschechien (rund 6'000 GWh) erfolgt, dürfte es vorwiegend ein fossil-atomarer Strommix sein. Ungefähr 20 % des in Österreich konsumierten Stroms kommt laut Schätzungen mittlerweile aus AKW, Tendenz steigend. Beim Gesamtenergieverbrauch konntet ihr in den letzten 20 Jahren den Anteil erneuerbarer Energie nur noch um ein Prozent erhöhen. Zudem zeigt die Statistik nicht die ganze Wahrheit, denn gleichzeitig haben wir Europäer die Produktion von Gütern zunehmend nach Asien verschoben und damit sind nun die dortigen Produktionsländer grössere Energieverbraucher. So entsteht z.B. in China jede Woche ein neues grosses Kohlekraftwerk und der CO2-Gehalt unserer Atmosphäre steigt langsam gegen 400 ppm. In den letzten 10’000 Jahren vor Beginn der Industrialisierung lag dieser im Jahresdurchschnitt relativ konstant bei 280 ppm.
Die Nutzung fossiler Brennstoffe deckt ca. 80% des Weltenergiebedarfs ab. Diesen riesigen Anteil müssen wir schrittweise durch erneuerbare Energie und ab ca. 2050 durch KKW mit Kernfusion ersetzen. Es sind dies die einzigen Energiequellen, die uns Menschen unbeschränkt zur Verfügung stehen. Wer glaubt, mit Energieeffizienz und erneuerbarer Energie „wäre die Energielücke zu vermeiden“, sieht leider nicht, dass er/sie mengenmässig die kommenden Energieprobleme bei weitem unterschätzt. Es geht nicht nur darum, den 17%-Anteil des heutigen Weltstrombedarfs zu decken, sondern langfristig die weltweite Gesamtenergieversorgung auch ohne Erdöl, Erdgas und Kohle zu ermöglichen.
Ob wir heute mehr oder weniger KKW bauen, Solarpannels installieren und Windkraftwerke erstellen ist weniger wichtig, als dass wir alle denkbaren Arten von Anlagen in so grosser Zahl und in verschiedenen Ländern betreiben, dass die allseitig zu fördernde Weiterentwicklung der Energiegewinnung gewährleistet ist. Im Moment sind wir auch beim Erreichen einer optimalen Energieeffizienz noch sehr weit davon entfernt, die fossilen Energiequellen ersetzen zu können. Auch wenn viele es gerne anders sehen würden, es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie (inkl. Kernfusion).
Wann denkt die Menschheit um??? Wann erkennt sie, dass umweltbewusst denken nicht einfach mit dem Blick durch die „grüne Brille“ und dem Spruch „No atom“ erledigt werden kann???
gerfri, on July 18, said:
Hallo Benedikt! Danke für deine Worte, ich stimme mit vielem überein. Hab aber keine grüne Brille, sondern denke ...das Problem der Endlagerung ist nicht wirklich gelöst und die Folgen a la Tschernobyl sind beängstigend genug. Gefragt ist sicher die Industrie, aber auch jeder einzelne zum Thema Energiesparen!! Freu mich auf weitere Gedankenaustausche! Liebe Grüße aus dem atomfreien ( ? ) Österreich.