Steinerne Rinne bei Wolfsbronn

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Comments (7)

Artur Lutz on September 3, 2008

Text von W. Voigtländer, an einer Schautafel an der Steinernen Rinne bei Wolfsbronn:

GEOLOGIE UND FLORA IM NATURSCHUTZGEBIET "STEINERNE RINNE"

Die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn mit ihrer Umgebung wurde 1964 wegen ihrer geologischen Besonderheit sowie der vielfältigen und seltenen Flora zum Naturschutzgebiet erklärt.

Steinerne Rinnen entstehen durch Abscheidung von Kalk aus fließenden Wasser. Dadurch erhöht sich das Bachbett. Die Quelle bei Wolfsbronn ist eine Überflutungsquelle mit niedriger Temperatur und einem hohen Anteil an gelösten Kalkverbindungen. Dieses harte, hydrogenkarbonathaltige Wasser fällt Kalk aus, wenn es Kohlensäure abgibt. Der größte Teil des Tuff-Dammes ist so (anorganisch) entstanden. Am besten bildet sich Tuff dort wo das Wasser stark bewegt und daher am meisten mit Luft gemischt wird. Der durch Kohlensäureabgabe an Luft gefällte Kalk lagert sich besonders an Moosen ab. Daneben spielt die von Pflanzen bewirkte (phytone) Tuffbildung eine wichtige Rolle. Drei Möglichkeiten der Kalkfällung werden dabei unterschieden. Pflanzen, vorzugsweise Moose, vergrößern die Fläche, an der Wasser mit Luft in Berührung kommt. Der durch Moose gebildete Tuff ist locker und großporig. Außerdem entziehen Pflanzen zu Ihrer Ernährung (Assimilation) dem Wasser Kohlesäure. Algen und Unterwasserpflanzen können darüber hinaus Kohlensäure aus dem Calciumhydrogenkarbonat abspalten. Die gefällten Kalkkristalle verkrusten die Algen, bis Teile der Pflanzen absterben. Der so entstandene Tuff ist dicht und wenig wasserdurchlässig. Er bildet die Auskleidung des Bachbettes. Die Quelle bei Wolfsbronn entspringt oberhalb des Quellhorizonts (Ornatenton) in einer 7 Meter tiefen Quellnische des unteren Weißjura. Nach 30 Metern verlässt der Bach die Nische und verläuft dann etwa für 130 Meter auf einem Kalktuffdamm der bis zu 160 cm hoch ist. Dieser gewundene und von mehreren Wasserfällen unterbrochene Damm liegt auf einer deutlich gewölbten Tuff-Aufschüttung. Sie ist anfangs recht schmal, 40 Meter hangabwärts aber bereits 60 Meter breit und wird bis zu 8 Meter mächtig. In Jahrtausenden ist diese Aufschüttung durch die Verlagerung des Bachbettes und die damit verbundene Bildung von Tuffdämmen entstanden. Die jetzige Steinerne Rinne, die jährlich um einige Zentimeter wächst, wird durch ständige Betreuung in Ihrem Verlauf gesichert.

Um dieses Naturdenkmal vor Schaden zu bewahren, werden alle Besucher gebeten den Damm nicht zu betreten oder zu beschädigen.

Manfred1220 on January 23, 2009

Habe soeben das Foto entdeckt und staunend den Text gelesen. Ist ja hochinteressant! - Schlimm finde ich, daß das Foto nicht für GE aufgenommen wurde! Herzlichen Gruß aus Wien, Manfred (ein N@turfreund )

Artur Lutz on January 23, 2009

Hallo Manfred, das Foto sehe ich aber als für GE ausgewählt angezeigt. Den Text hab ich wie angegeben von einer Tafel an diesem Naturdenkmal abgeschrieben, denn ich finde "etwas" Hintergrundinfo schon interessant.

Eigentlich wollte ich einfach ein Bild der Tafel hochladen, finde einen Kommentar aber besser weil damit jemand der die Sprache nicht versteht eine Übersetzungsseite benutzen kann.

Viele Grüße aus Treuchtlingen, Artur

Manfred1220 on January 23, 2009

Au, da habe ich geglaubt, ein "nicht ausgewählt" gelesen zu haben... Die Idee mit der Hintergrundinfo finde ich wirklich gut, - auch wenn es Dir viel Mühe gemacht hat.

Herzliche Grüße, Manfred

Artur Lutz on January 24, 2009

Hallo Manfred, macht ja nix, manchmal ist die Anzeige ja auch seltsam ... Zur Hintergrundinfo noch, es ja auch so, dass man selber dabei lernt den vor dem Objekt in der Natur hab ich die Tafel selber noch nie ganz genau gelesen ;-)

Wenn Du magst schau mal dieses Bild in dem ich ein Panoramabild mit zwei weiteren Fotos, davon eines mit einer Schautafel kombiniert habe. Das geht mit einem Kommentar nicht ganz so gut weil Grafiken dabei sind - aber man muss das Bild in groß ansehen.

Viele Grüße, Artur

*Säm* on September 8, 2009

Das ist schön! Diese Steinerne Rinne kenn ich gar nicht. Ich weiss nur in Niederbayern gibts sowas ähnliches. Heißt Johannesfelsen, glaub ich.

Gruß Säm

Artur Lutz on September 9, 2009

Ja Säm, auch da liegst Du Richtig, solche Johannisfelsen oder wachsende Felsen sind nichts anderes als steinerne Rinnen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wachsender_Felsen

Viele Grüße - Artur

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Photo details

  • Uploaded on August 30, 2008
  • © All Rights Reserved
    by Artur Lutz
    • Camera: Canon PowerShot S2 IS
    • Taken on 2008/08/28 12:48:52
    • Exposure: 0.100s (1/10)
    • Focal Length: 11.60mm
    • F/Stop: f/3.200
    • Exposure Bias: 0.00 EV
    • No flash

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