Ev. Stiftskirche, Mosbach, Deutschland

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Comments (2)

kaarvea on February 16, 2009

Stiftskirche Mosbach: Die ehemalige Stiftskirche St Juliana bildet das Zentrum des in den umliegenden Gassenverläufen noch erkennbaren Klosterbezirks. Sie ist ein Beispiel der Spätgotik im ländlichen Bereich. Das zeigt sich in der schlichten Gestaltung des Haupteingangs (Westen), am geschlossenen Turm und der einfachen Bauausführung des Gebäudes. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand der vierjochige Chor mit 5/8-Schluß, hohen Maßwerkfenstern, Maßwerknischen, Taufstein, und Kreuzrippengewölbe. Barock sind die Setienportale, der Hauptaltar mit den Nebenaltären sowie die Kanzel. herausragend die Grabplatte der Pfalzgräfin Johanna, ein auf Sandstein aufgesetztes, gegossenes Bronzeflachrelief mit umfassendem Inschriftenband von 1444. Der Turm, ursprünglich geplant als Doppelturmanlage, trägt die Jahreszahl 1410. Das dreischiffige Langhaus entstand wohl bald nach dem Chor. In den Seitenschiffen sind mittelalterliche Wandmalereien erhalten. Die Kanzel trägt das pfalzgräfliche Wappen, ein »Schweißtuch der Veronika« und die Datumsinschrift 26.5.1468. Der steinerne Lettner (um 1507) wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts unter Verwendung der originalen Teile als Orgelempore mit vorgezogenem Mittelteil umgebaut. Damals wurde auch das neugotische Kreuzrippengewölbe im Hauptschiff eingezogend aus der Zeit des Kollegiatstifts; die älteste ist die des Klerikers Conradus von 1312. Das Benediktinerkloster Mosbach, erstmals 826 erwähnt, wurde um das Jahr 1000 in ein Kolleiatstift umgewandelt und 1564 im Zug der Reformation aufgehoben, seit 1583 war Mosbach calvinistisch. 1698 wurde katholiken und Reformierten die Stiftskirche als Gemeindschaftsgotteshaus zugewiesen. Die Kurpfälzer Religionsdeklaration von 1705 ermöglichte es, Gotteshäuser zu teilen. Seit 1708 trennt eine Mauer die Mosbacher Kirche, wobei die Katholiken den CHor, die Reformierten (heute Protestanten) das Langhaus und den Turm besitzen. Umfangreiche Veränderungen erfuhr das Kircheninnere durch die Renovierung 1958. Knapp 40 Jahre später erfolgte ein teilweiser Rückbau, um den ursprünglichen Raumeindruck wieder herzustellen.

Jürgen Weighardt PAN… on December 1, 2013

Ein schönes Bild und interessante Erklärung. LIKE! / GEFÄLLT MIR! +++ Jürgen grüßt Dich aus Frankfurt am Main / Jürgen greets you from Frankfurt-upon-Main (Germany)

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