Im Wald ... vergessen - KZ Außenlager (090°)

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... nicht nur diese Tafel, die 1985, am 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation, von Schülern der Kreisgewerbeschule Mosbach dankenswerterweise hier aufgestellt wurde, sondern auch die Reste des Lagers selbst, die langsam von der Natur zurückerobert werden. Heute habe ich nur noch Fundamentreste der Küchenbaracke identifizieren können. Offenbar kümmert sich niemand mehr darum.

Der schwer zu entziffernde Text der Tafel: Zum Gedenken an die Häftlinge, die von Herbst 1944 bis März 1945 hier inhaftiert waren. Dieses Lager war ein Unterlager des Konzentrationslager-Außenkommandos Neckarelz (Schulhaus), es bestand nach unseren Nachforschungen aus 10 - 16 Baracken, welche erst zum Teil fertiggestellt waren. Die ca. 200 Gefangenen, zumeist aus Polen und Frankreich wurden zum Aufbau des Lagers und zur Arbeit im Obrigheimer Gipsstollen, in dem sich ein Flugzeugmotorenwerk von Daimler-Benz befand, in Einzelfällen auch bei Bauern eingesetzt. Die Häftlinge kamen aus Konmzentrationslagern wie Groß Rosen, Oranienburg und [...] Häftlinge wurden wieder in die Konzentrationslager Dachau und Vaihingen/Enz zurückgebracht. Dieses Lager wurde kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen evakuiert, am 25./26 März begann der Marsch nach Dachau.

Zur Erinnerung an die Opfer und als Mahnung für die Zukunft wurde diese Tafel von der Klasse 2BFM2 der Kreisgewerbeschule Mosbach am 8.05.85 aufgestellt.

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Comments (20)

Lutz P on April 13, 2009

... nicht nur diese Tafel, die 1985, am 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation, von Schülern der Kreisgewerbeschule Mosbach dankenswerterweise hier aufgestellt wurde, sondern auch die Reste des Lagers selbst, die langsam von der Natur zurückerobert werden. Heute habe ich nur noch Fundamentreste der Küchenbaracke identifizieren können. Offenbar kümmert sich niemand mehr darum.

Zum Gedenken an die Häftlinge, die von Herbst 1944 bis März 1945 hier inhaftiert waren. Dieses Lager war ein Unterlager des Konzentrationslager-Außenkommandos Neckarelz (Schulhaus), es bestand nach unseren Nachforschungen aus 10 - 16 Baracken, welche erst zum Teil fertiggestellt waren. Die ca. 200 Gefangenen, zumeist aus Polen und Frankreich wurden zum Aufbau des Lagers und zur Arbeit im Obrigheimer Gipsstollen, in dem sich ein Flugzeugmotorenwerk von Daimler-Benz befand, in Einzelfällen auch bei Bauern eingesetzt. Die Häftlinge kamen aus Konmzentrationslagern wie Groß Rosen, Oranienburg und(...) Häftlinge wurden wieder in die Konzentrationslager Dachau und Vaihingen/Enz zurückgebracht. Dieses Lager wurde kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen evakuiert, am 25./26 März begann der Marsch nach Dachau.

Zur Erinnerung an die Opfer und als Mahnung für die Zukunft wurde diese Tafel von der Klasse 2BFM2 der Kreisgewerbeschule Mosbach am 8.05.85 aufgestellt.

Schwiemonster (views… on April 14, 2009

...so geht es vielen Stätten die eigentlich als Dokument und Erinnern an die Zeitgeschichte und die Unmenschlichkeit erhalten werden sollten. Im Ausstellungstrakt in Dachau ist eine Karte mit Haupt- und Neben(Arbeits)lagern im "Herrschaftsbereich" des NS Regims - die Anzahl ist erschreckend. Teilweise liegen sie versteckt in Waldbereichen und werden auch noch heute am Liebsten todgeschwiegen!

Wolfgang Schäfer on April 15, 2009

...die Hinweistafel ist leider kaum noch zu retten, dabei hätte die Gemeinde sie mit wenig Pflegeaufwand gut erhalten können - Hauptsache die Schilder für´s nächste Volksfest sind im Top-Zustand...

Gruß, Wolfgang

Lutz P on April 15, 2009

Hallo Ellen und Wolfgang, es ist einfach traurig und schade, dass jemand die Verantwortung übernimmt, dann aber einfach nicht weiter macht. Ich denke, das war das Projekt eines Lehrers, und als der dann wegging, war das Thema durch. Es wird zwar jede Tonscherbe aus römischer Zeit ... (muss ich weiterschreiben?)

vp_hmbg-PRO PANORAMI… on April 17, 2009

Hallo Lutz, es ist wirklich schade, daß manche Initiativen nicht fortgeführt werden (können) und solche Hinweise oder Gedenktafeln dann langsam verrotten. Immerhin hat man dort schon versucht, die Erinnerung wachzuhalten, habe schon von Orten gehört/ gelesen, wo sich die Gemeinde gegen jede Form von Gedenktafeln gewandt hat, das sind jedoch seltene Ausnahmen.

Hamburg hat z.B. sehr lange gebraucht um auf dem Gelände des KZ Neuengamme (eines der größeren Lager aus dieser Zeit) eine reine Gedenkstätte einzurichten und die Strafanstalt Vierlande sowie das Jugend-Untersuchungsanstalt dort abzuziehen (Auf meinem Stadtplan von 2002 sind diese noch vermerkt!!)

Heute ist dort alles vorbildlich dokumentiert und dargestellt, meine Fotos von dort kommen in Kürze (zu den Stolpersteinen).

Gruß

Volker

Juliane Herrmann on April 17, 2009

Das Schild ist ... fast eine Zumutung. Gibt es kein Geld für eine vernünftige Gestaltung der Mahntafel?! Gruß Juliane

Lutz P on April 17, 2009

Hallo Volker und Juliane, öffentliche Mittel wohl ohnehin nicht, die werden wohl zum Retten der Banken benötigt. Das Schild ist ja ohnehin aus einer Privatinitiative entstanden. Wir gehen sehr schlampig mit unserer jüngeren Vergangenheit um. Dabei müssen wir uns ihr stellen, sie akzeptieren, anders gelingt kein ehrlicher Neuanfang.

Traurige Grüße, Lutz

Juliane Herrmann on April 17, 2009

Hallo Lutz, ich stimme Dir voll zu. Es macht mich traurig und betroffen. Herzlicher Gruß Juliane

wdittner on April 22, 2009

Trauriger Anlass und noch traurigerer Zustand der Gedenktafel. So etwas darf nicht vergessen werden. Die hier zuständigen Politiker sollten sich schämen. Hauptsache für den nächsten Wahlkampf ist genügend Geld da.

Traurig, traurig. Gruß, Wolfram

Lutz P on April 22, 2009

... ja, eigentlich skandalös, vielleicht starte ich mal eine Initiative. Ich muss das mal sondieren und vielleicht ein paar Briefe schreiben.

Grüße, Lutz

wdittner on April 22, 2009

... und ne mail mit einem Link zu dieser Seite. Damit bestimmte Leute merken wie schnell man am Pranger stehen kann (und das Grenzen übergreifend).

wdittner on April 22, 2009

... aber die sind ja meistens aalglatt:-(

Lutz P on April 22, 2009

Es gibt noch eine Gedenkstätte in Neckarelz (das zugehörige Außenlager). Da werde ich mal ansetzen. Leider ist die auch nur äußerst selten geöffnet.

Grüße, Lutz

wdittner on April 22, 2009

Hoffentlich stößt du da nicht auf taube Ohren.

Lutz P on April 22, 2009

Immerhin gibt es da eine sehr ordentliche Homepage. Ich denke, da bin ich richtig. Das ist ein Verein, also wieder eine private Initiative. Wundert mich immer, dass sich der Staat Bundesrepublik Deutschland, der ja Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ist, sich da so vornehm zurückhält.

wdittner on April 22, 2009

Vielleicht halten es unsere Politiker so wie diese :-(

Lutz P on April 25, 2009

Hallo Eike, schön dass du mal wieder auf Sendung bist. Ich habe mir vorgenommen, da mal einen Vorstoß zu machen. Am 3.5. ist die Gedenkstätte in Neckarelz wieder für Besucher offen, da werde ich mal Versuchen, die richtigen Kontakte zu knüpfen.

Grüße, Lutz

HarryAusdemharz on May 30, 2009

** Lutz**, vielen Dank für deinen Kommentar auf meinem Gedenkstättenbild. Auch ich bitte um entschuldigung, weil ich sechs Wochen PA Abstinenz hinter mich weiß.

Die Gedenkstätte in Halberstadt ist erst einmal da und wird ganz vernünftig gepflegt. Viel gearbeitet wird hier aber leider mit 11 € Jobbern, obwohl die hiesigen Gärtner sich auch über Aufträge freuen würden. Wichtiger noch ist aber, wie es in den Köpfen aussieht. Halberstadt ist da leider kein strahlendes Beispiel der Solidarität und Toleranz. Die Idee mit den Berufsschülern von Eike finde ich übrigens klasse. Grüße aus dem Harz von Harry.

Lutz P on May 31, 2009

Moin Harry, danke für deinen interessanten Kommentar. Ich habe da noch ein Versprechen einzulösen, leider habe ich bisher keine Gelegenheit gehabt, einen Kontakt herzustellen. Es wäre in der Tat toll, wenn es gelänge, die Gewerbeschule dazu zu bringen, die Patenschaft wieder aufleben zu lassen. Sobald ich dazu irgendwie vorankomme, werde ich das hier vermelden. Grüße aus dem Kraichgauer Hügelland, Lutz

ina-maria on August 19, 2011

Hallo Lutz, hier in Heilbronn bin ich mal zufällig über die Stolpersteine gestoßen. Evtl. wäre also auch das eine Möglichkeit, auf die vergangenen Gräuel aufmerksam zu machen. In vielen Städten gibt es diese Stolpersteine inzwischen. Der Initiator ist sehr aktiv und ist bekannt, hat also auch einen gewissen Einfluss. Hier seine Homepage. Ich finde es gut, dass Du Dich dafür einsetzen willst, dass die Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten und man auch merkt, dass der Nationalsozialismus nicht nur irgendwo war, sondern vor der eigenen Haustür stattgefunden hat.

LG Ina

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Photo details

  • Uploaded on April 13, 2009
  • © All Rights Reserved
    by Lutz P
    • Camera: OLYMPUS IMAGING CORP. E-510
    • Taken on 2009/04/13 08:50:34
    • Exposure: 0.013s (1/80)
    • Focal Length: 28.00mm
    • F/Stop: f/5.000
    • ISO Speed: ISO400
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