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Wärmekollektiv Bremgarten b. Bern – eine Pionierleistung

Wärmekollektiv Bremgarten b. Bern – eine Pionierleistung

by Benedikt Jorns

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Comments

Benedikt Jorns, on June 22, 2009, said:

Für das Siedlungsgebiet westlich des Zentrums von Bremgarten hat man bereits 1985 ein innovatives Energiekonzept gefunden. Das Wasser aus der Abwasserreinigungsanlage ARA Bern (rechts im Hintergrund) wird seither für ein Wärmekollektiv genutzt. Damit können grosse Mengen fossiler Energie eingespart und die Luftqualität in Bremgarten deutlich verbessert werden. Da im Bereich der Aare sich im Winter häufig eine Inversionslage mit stark reduziertem Luftaustausch einstellt, ist dies besonders für die flussnahen Gebiete von grosser Bedeutung.

Die Wirtschaftlichkeit eines Wärmekollektivs mit Wärmepumpen hängt im Wesentlichen von der zu erbringenden Wärmeleistung und der Gesamtlänge aller Zuleitungen ab. Ideal ist ein grosser Wärmeverbund mit relativ kurzen Zuleitungen. Die in Bremgarten angewendete Technik war noch wenig erprobt. Die Anlage hätte bereits nach wenigen Jahren gemäss den neusten Erkenntnissen leistungsfähiger und weniger störungsanfällig gemacht werden müssen. Unglücklicherweise wurde diese kostspielige Sanierung genau dann nötig, als wegen dem kontraproduktiven Übereifer von Umweltschützern im Kanton Bern das Bauland zwischen dem Dorfzentrum und Stuckishaus als so genannte „Kulturfolgefläche“ für 12 Jahre einem Baustopp unterlag. Da sich der Bau von neuen Wohnungen unabhängig von solchen Vorschriften parallel zur Zunahme der Wohnbevölkerung entwickelt, wurde wegen solchen sich sehr ungünstig auswirkenden Überbauungsstopps für erschlossenes Bauland die weitere Umgebung von Bern fürs Wohnen entdeckt. Damit verbunden wuchs leider die Beanspruchung des Strassennetzes insbesondere auf den stark frequentierten Verkehrsachsen durch Zollikofen, Ostermundigen, Wabern und Köniz während den Rush-Hour-Zeiten und auch die Autobahn-Umfahrung von Bern wird gemäss den erstellten Statistiken stark vom regionalen Verkehr beansprucht. Während die vorhandene Infrastruktur des erwähnten Baulandes nicht genutzt werden durfte, entstand ein finanzieller Engpass beim Wärmekollektiv. Die Anlage verlotterte allmählich und in den angeschlossenen Häusern wurden entgegen den Bestimmungen zunehmend konventionelle Heizungen installiert.

Die nach dem Ablauf des Baustopps einsetzende Überbauung brachte wieder bessere Perspektiven für das Wärmekollektiv. 2005 konnte eine Sanierung durchgeführt werden und weitere Anschlüsse an das Wärmeverbundnetz wurden möglich. 11 grosse Wärmepumpen versorgen seither verschiedene Siedlungen, das Altersheim, das kirchliche Zentrum und die Schulhäuser mit Heizwärme. Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützte dieses Vorhaben.

Bremgarten hat mit seinem Wärmekollektiv eine Pionierleistung vollbracht. Seit 1985 werden in der Schweiz zunehmend solche Anlagen realisiert. Zusammen mit den kleineren Wärmepumpsystemen neu erstellter Liegenschaften mit Minergie-Standard leisten sie einen bemerkenswerten Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstosses. Allerdings benötigen solche Anlagen relativ viel elektrischen Strom (bis 25% der Heizleistung). Der dadurch zu erwartende Mehrverbrauch an elektrischer Energie dürfte wesentlich mehr ausmachen, als die noch realisierbare Effizienzsteigerung beim Stromverbrauch bringen kann. Da in den nächsten Jahren zudem vermehrt Autos mit Elektromotor und Lithium-Ionen-Akkus auf den Markt kommen werden, wird der momentan zu beobachtende jährliche Anstieg des Stromverbrauchs in der Schweiz von ca. 2% voraussichtlich spürbar grösser werden. Die vom Bundesrat als „Übergangslösung“ tolerierten Gas-Kombi-Kraftwerke der Elektrizitätsgesellschaften werden mit ihrem grossen CO2-Ausstoss den erreichten Fortschritt der innovativen Wärmekollektiv-Anlagen leider in Frage stellen.

Artikel im „Wecker“ zur Eröffnung des Wärmekollektivs in Bremgarten.

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  • Uploaded on May 6, 2009
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    by Benedikt Jorns
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    • Camera: OLYMPUS IMAGING CORP. u40D,S500,uD500
    • Taken on 2006/11/02 23:47:08
    • Exposure: 0.008s (1/125)
    • Focal Length: 5.80mm
    • F/Stop: f/9.000
    • ISO Speed: ISO64
    • Exposure Bias: 0.00 EV
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