mb - Kapf Bauernhaus - original Türrahmen von 1729

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Comments (5)

Manfred1220 on November 11, 2009

Schön und erfreulich, wenn "Altes" so gewürdigt und erhalten wird! - Margrit, das alles macht bewußt, wie gut es uns heute geht. Dir ist das Emmental zur "Heimat" geworden, das spürt man. Und zum Ort Deiner Kindheit sind es vielleicht 2 Stunden mit dem Auto ... Ich denke, heute können es nur wenige wirklich ermessen, welch dramatischer Einschnitt das damals im Leben Deiner Großeltern war. - Auch ich bin in meiner Kindheit mit meinen Eltern aus Südmähren nach Wien emigriert. Ich habe mich rasch eingelebt, für meine Eltern war alles viel schmerzlicher und meine Großeltern wurden nach Bayern vertrieben, für sie war es eine Tragödie. 3 Jahre nach der Trennung konnten wir sie erstmals dort besuchen, wir benötigten ein Visum dafür.

Herzliche Grüße, Manfred

Margrit M. Berger (S… on November 19, 2009

Herzlichen Dank für deine Worte, Manfred!

In der Schweiz haben wir ein besonderes System, was zivilrechtlich Heimat bedeutet. So hat jeder seinen Heimatort, der mit dem Wohnort in den seltensten Fällen identisch ist. Wo immer sich die nachfolgenden Generationen befinden, die Nachkommen behalten ihr ursprüngliches Bürgerrecht. So waren wir in meiner Klasse im Thurgau ebensoviele Berner wie Thurgauer, daneben noch ein paar Appenzeller und sonstige Kantonsangehörige. ;) Z.B. gibt es im Waadtland (Vaud Romandie) bestimmt nicht weniger Berner als Waadtländer, die kinderreichen bernischen Vorfahren zogen als Bauern in die ehemaligen Untertanengebiete. ;)

Deiner Familie und vieler Menschen Schicksal ist um Dimensionen grösser und tragisch, weil sie ja wegen politischer Gegebenheiten ihre Heimat verlassen mussten. Für uns in vermeintlicher Sicherheit gar nicht wirklich zu fassen.

...und die Flüchtlingsströme nehmen weiterhin kein Ende, für uns in der "heilen Welt" kaum nachzuvollziehen. Wie Vieles an 'Boden unter den Füssen' geht verloren - andersrum gesehen, wie viel Gewinn entsteht auch durch das 'Sich-Befassen' mit diesen "Völkerwanderungen" und der Gebräuchen von Menschen aus anderen Regionen, ergeben sich doch neue Impulse für beide Seiten und die Erkenntnis, dass wir Kinder desselben Planeten sind.

Herzliche Grüsse, Margrit

Manfred1220 on November 19, 2009

Margrit, es war damals eine Tragödie, aber rückblickend ich bin sehr froh, daß es uns uns damals nach Wien verschlagen hatte. Zur "alten Heimat" fehlt mir jede Beziehung, es war mehr als 40 Jahre eine andere Welt, wenn auch nur weniger als eine Autostunde entfernt...

Herzliche Grüße, Manfred

♫ Swissmay 2 on August 14, 2010

Herzlichen Dank an Familie Zaugg, die Eigentümer des Hauses seit mehreren Generationen für die freundliche Einwilligung, ihr schönes Haus und die Umgebung fotografieren zu dürfen.

Meine Grosseltern wohnten mit ihrer Familie in diesem Haus, bis sie mit einem halben Dutzend zum Teil noch kleinen Kindern, (3 - 13 Jahren) mit Pferd und Wagen in den fernen Thurgau am Bodensee emigriert sind auf einen kleinen Bauernhof. Für damalige Zeiten ein wohl ebenso abenteuerliches Unterfangen wie für heutige Auswanderer nach Australien oder die amerikanischen Kontinente. Ich kann mir in den nebligen Wintern ihr Heimweh nach den nebelfreien Höhen des Emmentals vorstellen.

Durch die Erzählungen meiner Tanten Rosa und Margrit, die beim Wegzug um die 12 Jahre alt waren, ist mir das Emmental mit dem freien Blick in die schneebedeckten Berneralpen vertraut, somit empfinde ich mein heutiges Zuhause im Emmental als ein Stück lieb gewordene Heimat.

Margrit

Margrit M. Berger (S… on August 15, 2010

Manfred, das kann ich mir sehr gut vorstellen! Ich erinnere mich an meine früheste Kindheit, als das lediglich ein paar Km entfernte Deutschland als etwas Fremdes, Bedrohliches empfunden wurde. Heute wird der Bodensee als ein verbindendes Element angesehen und die Leute hüben wie drüben als Vertraute, die man gerne besucht.

Wenn man so ins Sinnieren kommt, bekommt der Begriff 'Heimat' ein ganz andere Bedeutung als gemeinhin angenommen. Wie oft fühlte ich mich wohl und vertraut in Gegenden und im menschlichem Umfeld im Ausland und spürte eine seltsame Art von Verbundenheit und 'déjà vu', ob dies nun in einer Grossstadt wie Paris oder London war oder in abgelegensten, ländlichen Winkeln Europas.

So hat der Globalismus zumindest einen Vorteil, man kommt sich näher, so dass unter Umständen ein Mensch in Tausenden Km Entfernung einem näher stehen kann und gedanklich "verwandter" als ein Nachbar oder ein wirklicher Verwandter, sind es doch meines Erachtens die individuellen Lebensumstände, die den Menschen vorallem prägen.

Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende,

Margrit

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Photo details

  • Uploaded on October 31, 2009
  • © All Rights Reserved
    by ♫ Swissmay 2
    • Camera: Panasonic DMC-TZ7
    • Taken on 2009/10/29 12:56:29
    • Exposure: 0.033s (1/30)
    • Focal Length: 4.70mm
    • F/Stop: f/3.400
    • ISO Speed: ISO160
    • Exposure Bias: 0.00 EV
    • Flash fired

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