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Mozac, Abteikirche, Langhaus

ABBAYE DE MOZAC - ABTEI

Ab ca. 1130.

Nach Erdstößen im 15. Jh. Renovierung: Der Chor wurde völlig neu gestaltet, während man auf das romanische Kirchenschiff viel zu tief gotische Kreuzrippengewölbe aufsetzte.

Aus dem gleichen Atelier wie die Kapitelle sollen die beschädigten Figuren im Tympanon des südlichen Eingangs zur Kirche stammen. Im Zentrum Maria mit Christus, daneben Petrus und der bartlose Apostel Johannes. Weiter links der Hl. Austremoine, der auf einen knienden Abt weist. Die übrigen Gestalten sind nicht mehr zu deuten.

KAPITELLE

(die besten der Auvergne)

Die beiden Boden-Kapitelle

Zwei der Kapitelle des zerstörten romanischen Chores stehen nahe am Eingang auf dem Boden. Das erste ist ornamental, es zeigt die vier „Atlanten“ (Lebensbaum), unbekleidete männliche Gestalten, die kniend mit ihren eigentümlich verrenkten Gliedern das gesamte Kapitell umfassen. Vor allem die Gesichter sind sehr ausdrucksstark, sie erinnern beinahe an Porträts.

Bedeutung der Pflanzen: Pinienzapfen als Unsterblichkeitssinnbild (schon im alten Rom);

Weintraube (einst zum Dionysoskult gehörend): dem Erlöser geweiht, verheißt die Freuden des Paradieses. Der Knieende ist hier als Erlöster dargestellt, wie auch die Schrägkreuzung seines Lendenschurzes anzeigt.

Das andere Kapitell stellt die Auferstehung dar. Der Engel zeigt den drei Frauen das leere Grab, während die Wachsoldaten schlafen, eine Szene von seltener Perfektion. Der Körper des Engels schildert in seiner Bewegtheit die ganze Dramatik des Geschehens, ansonsten treten aber die Körper hinter die übergroßen Köpfe, Träger des menschlichen Geistes, in typisch romanischer Manier zurück.

Die Kapitelle des Langhauses

Die meisten der vollständig erhaltenen Kapitelle des Langhauses sind nur ornamental. Aber gerade sie demonstrieren das Nachwirken gallo-römischer Kunst. Man sieht Chimären, Zentauren, Greifen, Drachen, Masken und manches anderes, was früher einmal römische Villen schmückte.

Jonas mit dem Wal. Jonas wird unbekleidet (!) ins Meer geworfen, daneben taucht er vor den Mauern von Ninive wieder aus dem Walmaul auf.

Kentauren (12 und 35). Antikes Motiv.

Siegesgöttinnen mit Schutzschilden (36). Das Motiv stammt aus dem klassischen Altertum, hier als Schutzgeister gedacht.

Ziegenbock (Symbol der Wollust); Louis Brehiers: zum Sabbat schreitende Hexenmeister

Affe mit Strick (37). In der Auvergne häufiges Motiv; Gaukler mit Affe.

Tobias und Simson (38). In der Mitte sieht man ein Bäumchen mit merkwürdig asymmetrischen Ästen. Links reitet der Tobias auf einem riesigen Fisch. An seine Brust gepresst hält er den mit Galle gefüllten Schlauch, die seinen alten Vater heilen soll. Rechts wirft der bärtige, langhaarige Simson einen Löwen um und zerschmettert ihm das Gebiss.

Das prachtvollste Stück des Kirchenschatzes ist der Schrein des Gründers des Klosters, des Hl. Calmin. Er wurde 1170 geschaffen und ist mit Platten aus Limoges-Email besetzt, die wegen ihres Farbreichtums eine Ausnahmestellung einnehmen. Auf der Schauseite sieht man eine Kreuzigung, darüber Christus in der Glorie, umgeben werden beide Szenen von den Aposteln. An den Seiten des Schreins die Madonna sowie der Hl. Austremoine, dessen Reliquien die Quelle des Wohlstands des Klosters waren.

Lit.:

Durliat, Marcel: Romanische Kunst. Freiburg-Basel-Wien 1983, Abb. 240,242

Tetzlaff, Ingeborg: Romanische Kapitelle in Frankreich. Köln [1976] 3. Auflage 1979, Abb. 28-31,33;

Rosenbaum, Ulrich: Auvergne und Zentralmassiv. Köln [1981] 1989, S. 81, Abb. 14-20

Kergall, Hervé: Gotische Kathedralen und Kunstschätze in Frankreich. Eltville 1990. Abb80,

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