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Blick auf die ehem. Synagoge in Hemsbach (heute Museum)

Blick auf die ehem. Synagoge in Hemsbach (heute Museum)

by Michael Ohmsen

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Comments (1)

Michael Ohmsen, on June 7, 2010, said:

Ehemaliges jüdisches Leben in der Gemeinde Hemsbach

1661: Erste Erwähnung jüdischen Lebens in Hemsbach. 1664-1687: Zuzug von 13 Familien. 1674: Am Mühlweg wird ein jüdischer Friedhof angelegt. 1716: Gründung eines Begräbnisvereins. 1729: In der Ortschaft wohnen bereits 18 Familien. 1731: Erste urkundliche Erwähnung einer eigenen Synagoge. 1753: Tod des Hemsbacher Thoragelehrten Simson. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird durch eine liberale Gesetzgebung in Baden den Juden zwar nicht die volle Gleichberechtigung, aber eine Reihe von staatsbürgerlichen Rechten und Freiheiten zuerkannt. 1809: Die hiesigen Familien führen erbliche Familiennamen ein. 1839: Der Frankfurter Bankier Karl Mayer Freiherr von Rothschild wird erster Hemsbacher Ehrenbürger. 1843: Die jüdische Gemeinde erwirbt ein Grundstück in der Mittelgasse und plan den Bau einer Synagoge. Mit dem Bau wird der Weinheimer Baumeister Valentin Fuchs beauftragt. 1844: Fertigstellung der Synagoge mit Schule, Lehrerwohnung und Mikwe (rituelles Badehaus.) Unverkennbar trägt das Bauwerk die Formensprache des großherzoglichen Baudirektors Heinrich Hübsch. 1846: In Hemsbach leben 142 Juden, das sind 10 % der Bevölkerung. 1862: den ortsansässigen Juden wird die Gleichberechtigung als Ortsbürger zugesprochen. 1866: Neufassung einer Friedhofsordnung. Die Juden aus den Gemeinden Dossenheim, Großsachsen, Hemsbach, Lampertheim, Laudenbach, Leutershausen, Lützelsachsen, Schriesheim, Viernheim und Weinheim finden auf dem hiesigen Friedhof ihre letzte Ruhestätte. 1900: Jüdische Bürger sind in zahlreichen Ortsvereinen tätig, sie integrieren sich in das gesamte Vereins- und Gesellschaftsleben der Gemeinde. Simon Oppenheimer wird in den Gemeinderat berufen. 1914-1918: Unter den vielen Toten des Ersten Weltkrieg sind auch Sigmund Oppenheimer, Max Pfälzer, Sigmund Pfälzer und Julius Simon zu beklagen. 1933: Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnt die Judenverfolgung per Gesetz und Verordnung: öffentliche Diskriminierung, Rassengesetze und Ahnenpass, Boykott der jüdischen Geschäfte, Berufsverbote und Reisebeschränkungen. 1934-1939: Um ihr Leben zu retten, verlassen viele jüdische Familien Hemsbach. 8.11.1938: In der „Reichspogromnacht“ wurden in ganz Deutschland die Synagogen und viele öffentliche jüdische Einrichtungen zerstört. Ein Versuch, die Synagoge durch Brandstiftung zu vernichten, wurde vereitelt. Stattdessen verwüsten SA, SS und uniformierte Jugendliche die Synagoge und das jüdische Gasthaus „Zum Hirschen“ in der Bachgasse. 1940: Mit der Beerdigung des Moses Simon fand die letzte Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof statt. 22.10.1940: „Aktion Bürckel“: Ausweisung und Deportation aller Juden Badens in das Konzentrationslager Gurs im besetzten Südfrankreich und später in die Vernichtungslager im Osten.

Die ehemalige Synagoge nach 1945 Das Gebäude der ehemaligen Synagoge kommt in Privatbesitz, ihre Räume werden als Fabrikationswerkstätte, später als Wohnraum genutzt. Der jüdische Friedhof am Mühlweg mit etwa 1400 Gräbern wird als Erinnerungsstätte wieder hergerichtet. 1983: Eine Schülergruppe der Schillerschule unter Leitung der Lehrerin Margarethe Richter beginnt mit der Arbeit einer Dokumentation über die ehemaligen Hemsbacher Juden. Die Stadt Hemsbach erwirbt das Synagogengebäude aus Privatbesitz und beginnt mit deren Restaurierung. 1984: Gründung des Fördervereins ehemalige Synagoge in Hemsbach, der das Erinnern an das ehemals jüdische Leben in Hemsbach wach halten will, Kontakte zu ehemaligen jüdischen Mitbürgern in aller Welt pflegt und dem Gedanken der Toleranz und der Völkerverständigung dienen will. Wie der Synagogenkomplex gehört auch der jüdische Friedhof zu den Plätzen der Erinnerung. 1987: Das restaurierte Synagogengebäude wird als Stätte der Erinnerns und Gedenkens eröffnet und als Ort der Begegnung und des kulturellen Lebens an die Bevölkerung der Stadt Hemsbach übergeben. 1993: Ausführliche Domumentation der Gräber des jüdischen Friedhofs. (Quellen: Aushang)

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