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Zlutice, die frühere Bürgerschule in Luditz (mit Gedicht # 184)

                                              Liebes Luditz
                                             Anton Trötscher     

                  Dir einst täglich zugeflogen war die große Schülerschar,
                  die zum Lernen man bewogen, wo die Bürgerschule war.
                  Um den Horizont zu weiten, hieß es, daß man fleißig sei.
                  Doch es läßt sich nicht bestreiten, manches ging an uns vorbei.

                  Und so vieles für den Geist ist inzwischen längst verraucht,
                  weil der Durchschnittsmensch zumeist nur die Grundbegriffe braucht.                   
                  Trotzdem wars ein Privileg, diese Jahre zu erleben;
                  denn auf unserm Schicksalsweg sollt es Gleiches nimmer geben.

                  Pflichten gab es, doch auch Scherzen! Und recht schüchtern und versteckt
                  wurde in manch jungem Herzen schon die erste Lieb erweckt.
                  Diese ersten Zärtlichkeiten leben im Gedächtnis fort.
                  wollen uns zum End begleiten. Und man merkt sich auch den Ort!

                  Darum, liebes Luditz, du, sollst du unvergessen sein!
                  Bitte, zähl auch mich hinzu! Gern gedenk ich Dein!

                                              (Jan, 1999)

Für viele Jahrzehnte war die Bürgerschule in Luditz (Zlutice) eine bekannte Lehranstalt im östlichen Egerland. Als ihr letzter Leiter bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung in 1945/46 amtierte der hoch ehrbare Rektor, Herr Karl Fleißner. Zur Fakultät zählten u. a.: H. Josef Witt, Frau Wilma Dörrschmidt, Frl. Hanna Irgang, H. Kriegelsteiner, H. Gütter, Frl. Kantorschik, H. Platzer, H. Franz Tauber u.s.w. Auch der berühmte Erzgebirgsdichter, Max Tandler, unterrichtete hier für eine gewisse Zeit in den Jahren des Zweiten Weltkrieges. Sehr oft las er uns eines seiner Gedichte im Erzgebirger Dialekt vor. (Das oben stehende Bild nahm ich bei einem Heimatbesuch in 1981 auf. Scheinbar befand sich noch eine sovjet-russische Militärvertretung in Luditz. Daher das rote Schild mit kyrillischer Schrift am Gebäude!) A. T. --- ---- --- For many decades the Bürgerschule in Luditz (Zlutice) was a well known center of education in East-Egerland. The honorable Rector, Herr Karl Fleißner, officiated as last principal, prior to the expulsion of the German population, in 1945/46. Faculty members were: H. Josef Witt, Frau Wilma Dörrschmidt, Frl. Hanna Irgang, H. Kriegelsteiner, H. Gütter, Frl. Kantorschik, H. Platzer, H. Franz Tauber and so forth! Also, the well known poet of the Erzgebirge, Max Tandler, taught here for some time during the years of World War II! He very often read to us one of his poems in the Erzbegirg dialect. - (I took this picture during a visit of my homeland in 1981. There was probably still a representation of Sovjet-Russian military stationed in Luditz (Zlutice). Therefore that red shield with cyrillic script on the building!). A.T.

Bild und Gedicht Liebes Luditz veröffentlicht im Heimatbrief f. d. Kreis Luditz-Buchau, Feb. 2000 bei Verlag Helmut Preussler, Nürnberg, Germany

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  • Uploaded on July 19, 2010
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    by Anton Trötscher