Tournus, Saint-Philibert 1990 - Radialkapellen

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Wensky on October 16, 2011

Vorkirche (Fassade) E10; Langhaus A11 (1019 geweiht); Nordturm 12. Jh.

Das früheste erhaltene Beispiel einer Doppelturmfassade. Der älteste erhalten gebliebene Chor mit Radialkapellen. Das früheste erhaltene Tonnengewölbe großen Ausmaßes (Vorkirche).

DOPPELTURMFASSADE Ohne Voraussetzung neu auftretend, die in Ansätzen an Westwerken vorgebildete Turmgruppe verselbständigend. Vorkirche und Fassade wurden E10 begonnen und A11 vollendet. Die Vorkirche schließt an das Langhaus an als 3s, 2gesch. Anlage, in allen Teilen gewölbt, mit der Hauptkirche durch Bogenstellungen verbunden. Über Zweck und Bedeutung einer Vorkirche wissen wir wenig. Äußere Gliederung der Westtürme: Lisenen und Rundbogenfriese wie in Pantaleon in Köln, ebenfalls E10. Der heutige hohe Nordturm stammt erst aus dem 12. Jh. Die Fassade war also ursprünglich bekrönt von zwei niedrigen Aufbauten, von Turmstümpfen, die sich kaum vom Fassadenblock absetzen, in einer Fläche mit den darunter liegenden Geschossen bleibend. Die Ansätze zur Gestaltung einer Doppelturmfassade sind noch zögernd. Die Türme haben noch keine eigene Selbständigkeit, wachsen noch nicht als eigene Bauteile hoch.

Die beiden Fassadengeschosse haben auch keinen axialen Bezug zueinander. Die lisenenähnlichen Wandstreifen des Untergeschosses setzen sich im Obergeschoß nicht mit derselben Vertikalen fort.

INNEN Kurz nach der doppelgeschossigen, in allen Teilen gewölbte Vorkirche wurden das Langhaus und der Chor neu gebaut. Die alte, bei den Ungarneinfällen 937 zerstörte und danach wiederhergestellte Kirche fiel 1007 einem Brand zum Opfer, der nur Vorkirche und Krypta verschonte. Der Wiederaufbau begann sofort nach dem Brand, Weihe 1019 (Chor erst E11 wiederaufgebaut).

Die neue Kirche war auf eine einzigartige, später nie wiederholte Art gewölbt: Kreuzgratgewölbe in den Seitenschiff, aber quergestellte Tonnen im Mittelschiff, die große Fenster ermöglichen. Der hohe Kirchenraum erscheint dadurch wie eine Halle. Schwibbogen über Konsolen spannen sich über das Mittelschiff. Die Baugeschichte ist äußerst kompliziert, letztlich nicht geklärt (Gelehrtenstreit). Angeblich stürzte die Tonne schon früh ein. Um 1070/80 erneuerte bzw. ergänzte man die eingestürzten Gurtbögen ohne Schichtwechsel (die ursprünglichen Bögen sind daran noch deutlich erkennbar!) und wölbte in einer Notlösung das Mittelschiff mit Quertonnen. Der Raumeindruck, der dadurch entsteht, ist höchst sonderbar. (Toman, Rolf (Hrsg.): Die Kunst der Romanik. Architektur - Skulptur - Malerei. Köln 1996, S. 124)

Der Neubau begann im Westen nach 1007 mit Narthex und Oberkirche. Die Einwölbung des Langhaus 1066, Chor und Vierung 1120 vollendet, Vierungsturm und nördlicher Westturm im 12. Jh.

Der älteste erhalten gebliebene Chor mit Radialkapellen.

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