Paestum, Poseidon-Tempel (1982)

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Wensky on November 29, 2011

450 v. Chr. Klassischer dorischer 3s Peripteros 6/14; 24x60m

Poseidonia ist eine der wichtigsten Städte Großgriechenlands gewesen. Es entstand im 7. Jahrhundert v. Chr. am Südrand einer weiten Küstenebene. Die Stadt wurde 9 km von der Mittelmeerküste entfernt angelegt. Das zeigt, dass die Griechen hier keinen Hafen als Handelsstützpunkt anlegen wollten, sondern dass sie die Kultivierung des fruchtbaren Bodens im Sinn hatten.

Die Blütezeit der Stadt lag zwischen ca. 550 und 450 v. Chr. Aus dieser Zeit stammen auch die drei großen Tempelanlagen, die Poseidonia zu einer der schönsten griechischen Städte des Westens machten. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts bereiteten Zerstörungen der einheimischen Völkerscharen der ehem. griechischen Kolonie ein Ende. 400 v. Chr. wurde das Gelände von den Lukanern besetzt. 273 v. Chr. wurde der Ort unter dem Namen Paestum römische Kolonie.

500 n. Chr. fing das Gelände an zu versanden und langsam zu versumpfen, die Malaria breitete sich aus und die letzten Bewohner verließen den Ort. Die Tempelanlage verwandelte sich in eine Art Urwald, der Ort wurde gleichsam vergessen. Erst 1752 wurde er wieder entdeckt.

Johann Wolfgang Goethe besuchte Paestum im Rahmen seiner Italienischen Reise am 23.3.1787, also 25 Jahre nach seiner Wiederentdeckung. Er schreibt darüber: „Das Land ward immer flacher und wüster, wenige Gebäude deuteten auf kärgliche Landwirtschaft. Endlich, ungewiß ob wir durch Felsen oder Trümmer führen, konnten wir einige große länglich–viereckige Massen, die wir in der Ferne schon bemerkt hatten, als überbliebene Tempel und Denkmale einer ehemals so prächtigen Stadt unterscheiden [...] Von einem Landmanne ließ ich mich indessen in den Gebäuden herumführen, der erste Eindruck konnte nur Erstaunen erregen. Ich befand mich in einer völlig fremden Welt. Denn wie die Jahrhunderte sich aus dem Ernsten in das Gefällige bilden, so bilden sie den Menschen mit, ja sie erzeugen ihn so. Nun sind unsere Augen und durch sie unser ganzes inneres Wesen an schlankere Baukunst hinangetrieben und entschieden bestimmt, so dass uns diese stumpfen, kegelförmigen, enggedrängten Säulenmassen lästig, ja furchtbar erscheinen. Doch nahm ich mich bald zusammen, erinnerte mich der Kunstgeschichte, gedachte der Zeit, deren Geist solche Bauart gemäß fand, vergegenwärtigte mir den strengen Stil der Plastik, und in weniger als einer Stunde fühlte ich mich befreundet, ja ich pries den Genius, dass er mich diese so wohl erhaltenen Reste mit Augen sehen ließ, da sich von ihnen durch Abbildung kein Begriff geben lässt.“

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