Tournai, Kathedrale Notre Dame (1999)

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Wensky on January 31, 2012

KATHEDRALE NOTRE-DAME Großartigste mittelalterliche Kirche im heutigen Belgien. Langhaus 1110-1140 (mit Ausnahme der Turmobergeschosse). Viergeschossig (!neu!) mit Empore und Blendtriforium, aber ohne vertikalen Bezug zueinander, - horizontale Reihung. Auswirkung auf Noyon, Soissons und Laon. Der Emporengedanke kam aus der Normandie A11 (Caen, Ste-Trinité). Der für die Normandie bezeichnende Laufgang vor den Fenstern liegt in Tournai nicht im Kircheninnern, sondern läuft am Außenbau vor den Fenstern entlang. Querschiff Wende E12/A13 [1160 vollendet, 1171 geweiht]. Bis 1754 im Mittelschiff flach gedeckte Emporen-Basilika mit vierteiligem Aufriss. Breites einschiffiges, gewölbtes Querschiff, in Halbrunden mit zweigeschossigen Umgängen schließend. Gegenüber den nordfranzösischen Vorbildern ist die eng gereihte Gliederung scharf aus der Wand herausgeschnitten. Der ursprüngliche Chor ergänzte die Querschiff-Arme zu einer für den niederrheinisch-nordfranzösischen Raum bezeichnende Drei-Konchen-Anlage nach Vorbild St. Maria im Kapitol, Köln. Doch haben gegenüber Köln die Umgänge nicht Seitenschiffbreite, sondern sind bedeutend schmaler, nähern sich darin normannischen Apsidengliederungen, die Mauermassen lockernd. Ab 1198 Einwölbung. Reiche spätromanische Gruppenbildung des von vielen Fenstern durchbrochenen, gedrungenen Vierungsturms und der vier hohen die Querarme flankierenden Türme (Formentwicklung romanisch-gotisch). Einmalige 5-Turm-Gruppe. Rheinische und normannische Zusammenhänge. Chor-Neubau 1243-1325. L-61 / BMS 12 / H-33 (Bf Gautier de Marvis). Bei der Weihe 1255 war der Chor keineswegs vollendet, Gewölbe nicht vor A14. Grundrissschema von Soissons. Kapellenkranz mit Chorumgang unter einem Gewölbe vereinigt. Keine eigenständigen Räume, sondern vor- und zurückschwingende Außenwand – ungewöhnlich weiträumig. Die Chorpfeiler waren ursprünglich sehr dünn – zu dünn! M14 Konsolidierungsmaßnahmen (Verdoppelung der Strebebögen, innen Zuganker aus Metall). 1300 gotische Vorhalle, 15624-64 durch spätgotischen Nachbau ersetzt (Plastiken Wende 13/14). 1566 Brand (Religionskriege). 1640 Gratgewölbe bei den Emporen. Rosenfenster 19. Jh. (zu groß!). 1940 deutscher Luftangriff (Gewölbe beschädigt). 1950 Wiederinstandsetzungsarbeiten. Lettner 1572 Cornelis de Vriendt (Floris). Schatzkammer Marienschrein, 1205 vollendet (Nikolaus von Verdun), 1890 schlecht restauriert. Eleutheriusschrein, 1247 vollendet Gesamtlänge der Kathedrale: 130 m.

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