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Flutkatastrophe 1976 mit Deichbruch in der Haseldorfer Marsch

Flutkatastrophe 1976 mit Deichbruch in der Haseldorfer Marsch

by ©EJHerrmann

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Comments

Eike Biel, on January 11, 2008, said:

3.1.1976 ;) War Haselau '62 auch schon betroffen? In meinem (meiner Großeltern) Haus stand damals das Wasser kopfhoch im Erdgeschoss + 6 Stufen Eingangstreppe. Hamburg-Moorburg. Mein Vater hat damals Bilder aus der Dachluke gemacht. Da war das Wasser aber shcon wieder weg und wir hatten, gottseidank, Frost. Gruß, Eike

©EJHerrmann, on January 11, 2008, said:

Hallo Eike, 1962 haben die Deiche in der Haseldorfer Marsch zum Glück gehalten. Die Marsch ist damals nur knapp einer absoluten Katastrophe wie in Wilhelmsburg - Moorburg entgangen, denn es gab in der Haseldorfer Marsch 1962 schwere Deichbeschädigungen und die Deiche wurden zum Teil auch überspült - aber sie brachen nicht. 1976 brach der Deich bei Hetlingen und die gesamte Haseldorfer Marsch lief voll Wasser.

Wie schön, dass Dein Vater die Flut überlebt hat. Das war ja nicht selbstverständlich! Verständlich, dass er zunächst nicht ans Fotografieren dachte! Herzlicher Gruß Juliane

Eike Biel, on January 11, 2008, said:

Unsere Familie war damals sozusagen im trockenen Hausbruch, obwohl das Wasser Luftlinie nur 300 Meter entfernt stehen blieb (Geestrand bzw. Sandzunge des Emmetals). Nur Großvater und Onkel sind hier im Haus geblieben und haben Geflügel und Ziege auf dem Dachboden versorgt/notgeschlachtet und wurden mit dem Flutboot abgeholt, sind am Leben geblieben. Aber sie haben auch nicht geahnt, dass die Deiche brechen werden. Das war bestimmt nicht mutig. Das einzige Auto in der Familie stand abgemeldet (Winter) aufgebockt in der Garage und war nicht rechtzeitig reisefähig. Meine Bilder im Kopf sind eindrucksvoller, als die Fotos meines Vaters, der sich als Helfer erst nach Tagen Zugang verschaffen konnte. Ich war damals mal gerade im 12. LJ und hab am 17.2. erst in der Schule begriffen, weshalb die ganze Verwandschaft aus Neuenfelde und Moorburg bei uns zuhause sitzt. Unsere Lehrerin hat die Klasse auf einen naheliegenden Bahndamm geführt und auf der anderen Seite war nur Wasser bis an den Geestrand. Danach war schulfrei.

Von der Haseldorfer Marsch hab ich auch nur die Dramatik von 1976 im Kopf gehabt. Hamburg ist 1976 glücklich davongekommen. Als Verwaltungsangehöriger habe ich aber die Bewohnbarkeit außendeichs gelegener Wohnungen in Wilhelmsburg aufnehmen dürfen.

Meine Güte, was so ein Bild auslöst!? Herzliche Grüße, Eike

Eike Biel, on January 11, 2008, said:

Achtung: 20.15 Uhr N3, Landunter, Katastrophen in SH (Schneewinter/Sturmflut 1962)

©EJHerrmann, on January 11, 2008, said:

Den Film habe ich vorhin gesehen, erstklassig gemacht. Da waren auch Bilder vom Deichbruch in der Haseldorfer Marsch dabei. Absolut erschreckend. Ich stand erst vor ein paar Tagen genau auf dem Deichstück, was damals zwischen dem Gesthang bei Holm und Hetlingen gebrochen war. Fotografierte einen harmlosen Sonnenuntergang.

Dein Großvater und Dein Onkel haben 1962 ja großes Glück gehabt, dass sie nicht wie 318 andere Menschen ertrunken sind. Sie hatten wohl nicht in Traum daran gedacht, dass das Familienauto mal als "Fluchtwagen" Dienste leisten könnte, sonst hätten sie es nicht aufgebockt in der Garage, sondern fluchtbereit vorm Haus stehen gehabt.

Wir haben hier übrigens für alle Fälle ein Ruderboot im Garten liegen.. man weiß ja nie.

Herzlichst Juliane

Eike Biel, on January 12, 2008, said:

Ein Ruderboot hätte damals nichts genutzt. Das Haus war damals ringsum von Balken der benachbarten Zimmerei eingekeilt, die selbst im Haus rumschwammen und sogar eine Wand umgeworfen haben. Der Küchenschrank hinter dieser Wand lag übrigens beim Nachbarn im Hof (gestern: "Da kam der Küchenschrank von Nachbarn vorbei." oder so ähnlich), und darin befanden sich Eier in einer Schüssel, die sämtlich heil waren. Man konnte ums Haus laufen, aber ein Ruderboot wäre wahrscheinlich kaputt oder nicht zu bewegen gewesen. Hoffentlich habt ihr euer Boot angebunden. ;) Ja, ich hab die Sendung auch gesehen. War wirklich gut durch die dokumentarischen Schilderungen. Erlebtes ist wesentlich eindrucksvoller. Und vieles ist wieder wach geworden. Herzlichen Gruß, Eike

©EJHerrmann, on January 12, 2008, said:

War es nicht so, dass das Hamburger Seewetteramt die Sturmflut 1962 anfangs völlig unterschätzt hatte?

Hmm - nein, wir haben unser Ruderboot nicht angebunden - das liegt da so im Garten herum - das mit dem Anbinden wird nachgeholt! Herzlicher Gruß Juliane

Eike Biel, on January 13, 2008, said:

Da war wohl so einiges schicksalhaft zusammengekommen. Auch die Pegelangaben/Voraussagen basierten wohl auf unterschiedlichen Bezugshöhen. Das war die Behördenseite. Und dann war da noch Wochenende in den Behörden. Aber die Deichvögte hatte schon böse Ahnungen, bevor es überhaupt so richtig los ging.

Eike Biel, on January 14, 2008, said:

Ich bin heute zufällig wieder auf eine Serie bei der Harburger Anzeigen und Nachrichten gestoßen, in der Zeitzeugen ihre Erlebnisse berichten. Mit Personen- und Ortskenntnissen ergibt alles wieder ein Gesamtgemälde, wie es auch durch Zeitzeugen in der ARD-Doku sehr deutlich gemalt wurde.

Ich muss wirklich mal die Bilder meines Vaters scannen und raufladen.

©EJHerrmann, on January 14, 2008, said:

Oh ja - mach das bitte. Ich wäre sehr gespannt auf diese alten Fotos! Herzlichst Juliane

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