„REICHSBANK“-House on sale : White Flag on the German Reichs Bank 1914-17 Hamburg. "they will never surrender!" Hamburg-Altstadt, Hamburg, Deutschland

Selected for Google Maps and Google Earth

„REICHSBANK“-HAUS WIRD VERKAUFT

Links daneben das Hamburger Rathaus. Vorne das Bucerius Kunst Forum (früher Reichsbankhauptstelle), dahinter am Alsterfleet die leer stehenden Gebäude der HypoVereinsbank welche zum Verkauf sind.

Verkauft werden sollen sieben Gebäude am Alten Wall, Hausnummer 2-32 Die Immobilien liegen zwischen Alsterfleet und Rathaus

Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind reich verziert.Ralf Langes Architekturführer Hamburg nennt die ehemalige Reichsbank eine “der beispielhaftesten Hamburger Bauten für die gestalterischen Tendenzen des späten Kaiserreichs” (S. 16). Die straffe Gliederung der Fassade in Pfeilern verweise auf den strengen Neoklassizismus in Berlin am Vorabend der Moderne. Fünf Figuren unter dem Frontispiz incl. Wappen repräsentieren nach Lange Hamburger Wirtschaft:

Fischerei, produzierendes Gewerbe (Schmied), Handel (Kaufmann), Landwirtschaft (Bauer), und Seefahrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hörte die Deutsche Reichsbank offiziell auf zu existieren. Jedoch besteht in vielerlei Hinsicht eine fortlaufende Kontinuität, sowohl in der Arbeit der 1948 gegründeten Bank deutscher Länder als auch in der 1957 gegründeten Bundesbank. So waren beispielsweise zahlreiche Mitarbeiter der Reichsbank später in vergleichbaren Positionen bei der Bank deutscher Länder und der Bundesbank tätig. Die Bankgeschäfte wurden oft in Gebäuden und mit der Ausstattung der ehemaligen Reichsbankfilialen ausgeführt. Außerdem übernahm die Bundesbank (z. B. gemäß §40 Abs. 5 Bundesbankgesetz) teilweise die Verbindlichkeiten der Reichsbank. Die rund 20.000 Anteilseigner der Reichsbank wurden 1961 abgefunden. Die Außenhaut der früheren Reichsbank besteht aus Muschelkalk – wie auch das Alsterhaus, wenige Schritte entfernt. Dieser Naturstein harmoniert auf bemerkenswerte Weise mit dem Sandstein, das das Rathaus-Markt-Ensemble beherrscht. Insgesamt, und das ist wirklich angenehm, tritt die nüchtern wirkende Gestaltung dieses Gebäudes hinter seinen heutigen Zweck auf eine angenehme Art und Weise zurück.

Emil Johann Rudolf Puhl (* 28. August 1889 in Berlin; † 30. März 1962 in Hamburg) war ein deutscher Bankier. Von Februar 1939 bis zur Kapitulation im Mai 1945 war Puhl Vizepräsident der Deutschen Reichsbank. Er gilt als „Hitlers wichtigster Staatsbankier und Devisenbeschaffer“[1] während des Zweiten Weltkriegs. Am 11. April 1949 wurde Puhl im Wilhelmstraßen-Prozess zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Emil Puhl

Puhl wuchs in Hamburg auf und trat nach einer kaufmännischen Ausbildung in einem Hamburger Privatbankhaus 1913 bei der Reichsbank ein. Von 1916 bis 1918 wurde er im Ersten Weltkrieges an der Westfront eingesetzt und war danach bis 1920 in französischer Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg führte Puhl seine Laufbahn an verschiedenen Reichsbankanstalten Mittel- und Norddeutschlands fort. Ab 1924 war er als stellvertretender Vorstandsbeamter an der Reichsbankhauptstelle Leipzig, ab Februar 1929 als Leiter der Nebenstelle Worms tätig. Einige Monate später erfolgte seine Berufung nach Berlin, wo er als Referent des Reichsbankdirektoriums mit der Bearbeitung von Devisenangelegenheiten beschäftigt war.

NS-Zeit

Ab Juli 1933 leitete Puhl das Dezernat für „ausländischen Zahlungs- und Kreditverkehr“.[6] Puhl, der am 1. Mai 1934 der NSDAP beitrat[7] und zudem Förderndes Mitglied der SS war, stieg am 1. Juli 1934 zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums auf.[6] Puhl und Max Kretschmann (1890-1972) blieben nach der Entlassung des Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht im Januar 1939 als einzige Mitglieder des Reichsbankdirektoriums „unter dem Druck ihrer Partei“ auf ihren Posten.[8] „Dass Puhl nicht entlassen wurde, obgleich auch er Schachts Denkschrift unterschrieben hatte, [...] dafür dürften Puhls gute Kontakte zu Nationalsozialisten und zur Geschäftsgruppe Devisen bei Görings Vierjahresplanbehörde [...] ausschlaggebend gewesen sein“.[9] Am 11. Februar 1939 wurde er im Rang eines Staatssekretärs[10] auf Vorschlag des neuen Präsidenten, Reichswirtschaftsminister Walther Funk, als Nachfolger von Rudolf Brinkmann zum Vizepräsidenten der Deutschen Reichsbank ernannt und amtierte vom 2. August 1940 bis zum 8. Mai 1945 als „geschäftsführender Vizepräsident“. Seine Verantwortung versuchte Puhl später auf der Anklagebank in Nürnberg herunterzuspielen:

„Die Geschäftsführung des Reichsbankdirektoriums war eingeteilt unter eine Reihe von Mitgliedern des Direktoriums. Jedes Mitglied hatte eine volle Verantwortung für seinen Geschäftszweig. Der Vizepräsident war nur der primus inter pares, der im wesentlichen die Sitzungen zu leiten hatte, für die Vertretung des Präsidenten nach außen zu sorgen hatte und Fragen allgemeiner Wirtschafts- und Bankpolitik zu erledigen hatte.“ – Emil Puhl bei einer Aussage im Wilhelmstrassen-Prozess

Von 1935 bis 1945 war Puhl zudem Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Golddiskontbank[6] und 1944 deren stellvertretender Vorsitzender. Des Weiteren war er Mitglied des Aufsichtsrates der Diskont-Kompagnie AG, Berlin und ab dem 16. September 1937 dort Vorsitzender des Aufsichtsrates. Zudem war Puhl Vorsitzender des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen in Berlin und Mitglied des Aufsichtsrates mehrerer Banken und Unternehmen.

So sehr sich Puhl aus opportunistischen Gründen bemühte, im Ausland als weltläufiger Banker mit Distanz zum nationalsozialistischen Regime zu erscheinen, so überzeugend inszenierte er sich in Deutschland als systemtreu und Anhänger Hitlers: „Unser Führer Adolf Hitler hat ein Reich geschaffen, für das es sich wieder lohnt, seine ganze Kraft einzusetzen und, wenn es sein muss, auch sein Leben hinzugeben. Wir alle tragen in uns den festen Glauben an sein sieghaftes Führertum. (…) Unser Führer Adolf Hitler, Sieg Heil!“[13].

Emil Puhl und die „Goldwäsche“ in der Schweiz [Bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als geschäftsführender Vizepräsident und damit „heimlicher Herrscher der Reichsbank mit exzellenten Beziehungen zu Himmler, Heydrich und zur SS“[14] galt ein Schwerpunkt von Puhls Arbeit vor und während des Zweiten Weltkriegs seinem Amt als einer der Präsidenten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in der neutralen Schweiz. Die Schweiz sollte nach 1939 zur „Golddrehscheibe Europas“ werden, die dem nationalsozialistischen Regime Deutschlands und seinen Helfern wertvolle Dienste bei der Verwertung und „Wäsche“ des schmutzigen, weil in den besetzten Ländern geraubten Goldes leistete. Die Schweiz und ihre Nationalbank wickelten annähernd vier Fünftel der Goldverkäufe der Deutschen Reichsbank ab. Puhls Rolle dabei war vergleichbar der eines „Dealers“, der den Nationalbankiers in Bern das deutsche Raubgold brachte und es gegen harte Schweizer Franken tauschte. Diese Devisen waren von entscheidender Bedeutung für die deutsche Kriegs- und Rüstungswirtschaft, da kriegswichtige Rohstoffe ansonsten auf dem Weltmarkt weder mit deutschem Gold noch mit Reichsmark zu kaufen waren.[15] „Eine Voraussetzung für die Fortführung des Kriegs war deshalb der systematische Raub von Gold in den überfallenen Ländern, das gegen Devisen eingetauscht wurde“.[16]

Reichsbankvizepräsident Puhl verstand es, seine – allerdings auch ob der guten Geschäfte euphorisierten – Schweizer Kollegen über die Herkunft des deutschen Raubgolds zu täuschen. Er erschien ihnen „stets als ein gediegener und vertrauenswürdiger Herr, den man einer Lüge nicht für fähig“ hielt[17]. Robert M. W. Kempner, US-amerikanischer Hauptankläger im Wilhelmstraßen-Prozess, erinnerte sich an Puhl als einen „höflichen, freundlichen, ansprechbaren Herrn, einen typischen Beamten,“ der seine ganze Intelligenz aufgeboten habe, „um aus der Sache herauszukommen“[18]. Heute ist es unstrittig, dass Puhl eine „Schlüsselfigur des Raubgoldhandels“[19] während des Zweiten Weltkrieges war. Die Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg (UEK) ging Ende der 1990er-Jahre unter anderem der Frage nach, wie das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor 1945 „eine so enge und freundschaftliche Beziehung zu einer zwielichtigen Figur wie Reichsbankvizepräsidenten Emil Puhl“ knüpfen konnte[20]. Die Historiker erkannten, dass Puhl „kein nationalsozialistischer Aktivist“ gewesen sei, er sich aber „für die Zielsetzungen der NS-Goldpolitik“ engagierte. „Gleichzeitig verstand es Puhl meisterhaft, bei seinen regelmässigen Aufenthalten in der Schweiz Skepsis gegenüber dem NS-Regime durchschimmern zu lassen und sich auch als Anti-Nazi auszugeben. Führende Persönlichkeiten aus Finanz und Wirtschaft wussten ihn als kompetenten Fachmann und angenehmen Gesprächspartner zu schätzen“.[21]

Nach Kriegsende

Am 1. Mai 1945 wurde Puhl von den Alliierten festgenommen[22] und gab am 3. Mai 1946 eine Eidesstattliche Erklärung in einem Internierungslager bei Baden-Baden ab, die im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher während der Aussage von Walter Funk am 7. Mai 1946 verlesen wurde. Im Verfahren gegen den ehemaligen Reichsbankpräsident belastete der Zeuge Puhl seinen früheren Vorgesetzten stark [23]. Puhl wurde am 15. Mai 1946 in Nürnberg auch zum „Melmer-Gold“ verhört. Von den Depots in den Tresoren der Reichsbank in Frankfurt am Main, in denen die SS Gold, Juwelen und andere Wertsachen von Häftlingen der nationalsozialistischen Vernichtungslager im Osten deponierte („Melmer-Gold“), wusste Puhl laut Aussage seines Mitarbeiters Albert Thoms von Anfang an [24].

Puhl wurde am 4. November 1947 im Wilhelmstraßen-Prozess, der im Rahmen der Nürnberger Prozesse stattfand, angeklagt. Am 11. April 1949 wurde Puhl aufgrund seiner herausragenden Rolle bei der Verwertung des SS-Raubgoldes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.[25] Puhl wurde noch vor Weihnachten 1949 aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg vorzeitig entlassen. Ab dem 22. Dezember 1949 war er in Hamburg gemeldet.

Schon kurz darauf gelang Puhl, nicht zuletzt dank seiner hervorragenden internationalen Erfahrung bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich[26], der Wiedereinstieg ins Bankgeschäft. Ab dem 14. März 1950 war der ehemalige Reichsbankpräsident zunächst als freiberuflicher Berater im Auslandsgeschäft der Hamburger Kreditbank tätig (für ein monatliches Honorar von 2.500,- Mark)[27], einem der Nachfolgeinstitute der Dresdner Bank. Im August 1950 berief man Puhl zum Mitglied der Geschäftsleitung und ab dem 25. September 1952 gehörte er dem Vorstand des Kreditinstituts an, bis er am 23. Mai 1957 in den Ruhestand trat.[6] Zudem gehörte Puhl ab 1951 dem Aufsichtsrat der Kühltransit-Aktiengesellschaft an und war dort ab 1954 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.[28] Im November 1959 verlieh der Präsident der Italienischen Republik „dem Mitglied des Zentralbeirats der Dresdner Bank AG und des Beirats der italienischen Wirtschaftsvereinigung, Emil Puhl, in Anerkennung seiner Verdienste um die Vertiefung der Deutsch-ltalienischen Wirtschaftsbeziehungen das Komturkreuz des Italienischen Verdienstordens“[29].

Bereits am 3. Juni 1950 hatte Puhl in zweiter Ehe Charlotte Hedwig Puhl (13. September 1904 − 8. Juli 1983), geb. Weckmann, in Hamburg geheiratet.[30] Am 30. März 1962 verstarb Emil Puhl, zuletzt wohnhaft im Taxusweg 16 in Hamburg-Othmarschen, nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren.[28] Aus erster Ehe mit Margaretha Puhl (4. Dezember 1889 – 6. Mai 1946), geb. Stehn, hatte Puhl zwei Söhne: Friedrich (* 30. Juni 1922) und Johannes Puhl ´(* 4. Juli 1932 in Berlin)[31].

Show more
Show less
Save Cancel Want to use bold, italic, links?

Comments (1)

Umapathy on March 18, 2013

Welcome to Bank Group. I hope that you enjoy. Thanks.

Sign up to comment. Sign in if you already did it.

Photo taken in Hamburg-Altstadt, Hamburg, Germany

Photo details

  • Uploaded on December 1, 2012
  • © All Rights Reserved
    by Christian Erb
    • Camera: Canon EOS 600D
    • Taken on 2012/11/22 13:16:21
    • Exposure: 0.008s (1/125)
    • Focal Length: 55.00mm
    • F/Stop: f/7.100
    • ISO Speed: ISO100
    • Exposure Bias: 0.00 EV
    • No flash

Groups