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Kernkraftwerk Mühleberg

Kernkraftwerk Mühleberg

by Benedikt Jorns

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Comments

Benedikt Jorns, on March 24, 2008, said:

Oft hört oder liest man, Kernkraftwerke seien keine langfristige Lösung unseres Energieproblems, weil die Uranvorräte auf der Erde begrenzt sind. Das ist so falsch! Falls die Weiterentwicklung der Reaktortechnik erfolgreich sein wird, ist die direkte Nutzung von Kernenergie neben den erneuerbaren Energien die einzige Energiequelle, die uns Menschen immer wird zur Verfügung stehen. Brennstoff dazu gibt es genug, die Risiken werden kleiner und verschwinden schliesslich ganz. Der radioaktive Abfall wird bei wesentlich kürzeren Lagerungszeiten kein grosses Problem mehr sein.

Ob die einzelnen Atome eines chemischen Elementes ein Neutron mehr oder weniger besitzen, ist uns normalerweise ziemlich egal, die chemischen Eigenschaften verändern sich dadurch nicht. Anders bei der Nutzung der Kernenergie: Die Anzahl Neutronen ist entscheidend dafür, ob es sich um einen möglichen Brennstoff für ein Kernkraftwerk handelt oder nicht. Man spricht von verschiedenen Isotopen eines chemischen Elementes. Folgende Isotope sind für die Nutzung der Kernenergie von Interesse:

Uran-235 Davon gibt’s nicht so viel. Ob wir nur noch einige Jahrzehnte oder doch noch etwas länger davon profitieren können, ist unklar.

Uran-238 muss durch Kernprozesse vorerst in Plutonium-239 umgewandelt werden. Dieses Uran-Isotop gibt’s etwa 140 Mal mehr als Uran-235. Es reicht uns noch über mehrere Jahrhunderte.

Thorium-232 muss durch Kernprozesse vorerst in Uran-233 umgewandelt werden. Davon gibt’s nochmals ein Mehrfaches von Uran-238. Es steht uns noch sehr lange zur Verfügung.

Dies sind alles Brennstoffe für die uns bekannte Kernspaltung. Sie haben gemeinsam, dass sie sehr schwer sind. Gelingt uns in den nächsten Jahrzehnten die im Zentrum der internationalen Forschung stehende Nutzung der Kernfusion, so stehen uns vor allem folgende sehr leichte Isotope des Wasserstoffs zur Verfügung:

Deuterium (= Wasserstoff-2) findet man in jedem Glas Wasser genug, um den jährlichen Strombedarf eines Menschen zu decken (zusammen mit der unten erwähnten Menge Tritium).

Tritium (= Wasserstoff-3) lässt sich durch Neutronenbeschuss von Lithium herstellen. Dieses Leichtmetall findet man auf der ganzen Erde in grossen Mengen. Z.B. das in einem faustgrossen gewöhnlichen Kieselstein enthaltene Lithium genügt schon, um den jährlichen Strombedarf eines Menschen zu decken (zusammen mit der oben erwähnten Menge Deuterium).

Benedikt Jorns, on March 24, 2008, said:

Der natürliche Kohlendioxid-Haushalt wird durch den ständig wachsenden Verbrauch an fossilen Brennstoffen zunehmend aus dem Gleichgewicht gebracht. Die CO2-Konzentration blieb in den letzten 10’000 Jahren vor Beginn der Industrialisierung im Jahresdurchschnitt relativ konstant bei 280 ppm. Unsere stets steigenden Lebensansprüche, vor allem unser wachsendes Bedürfnis, gerade dort zu sein, wo wir im Moment „noch“ nicht sind, wirken sich aus: 2007 betrug die CO2-Konzentration schon 383 ppm. In 10 Jahren erwartet man sie bei ungefähr 400 ppm. Es scheint, dass auch die natürlichen Kohlendioxid-Puffer nicht mehr in der Lage sind, CO2 aufzunehmen. Im Gegenteil: Die zunehmende Klimaerwärmung könnte solche Puffer wieder entladen (z.B. durch das Auftauen der Tundra in Sibirien).

Wir haben Null Chancen, das Ansteigen der CO2-Konzentration zu stoppen, wenn wir nicht alle uns zur Verfügung stehenden Massnahmen ergreifen! Die Biomasse, die Wasserkraft, die Photovoltaik, die Solarwärme, die Windkraft und andere erneuerbare Energien sind aus unserer zukünftigen Energieversorgung nicht wegzudenken. Die Nutzung der Kernenergie (inkl. der Kernfusion) ist daneben die einzige uns unbeschränkt zur Verfügung stehende Energiequelle. Eine kritische Haltung zu Kernkraftwerken ist notwendig, doch wäre es nicht sinnvoll, deren Weiterentwicklung zu stoppen. Die Forschung, die Entwicklung und das Sammeln von Erfahrungen sind in allen Bereichen der Energieversorgung und –nutzung sowohl für die heutige wie für die kommenden Generationen wichtige und leider nicht ganz einfache Aufgaben.

Siehe auch unter: Gedanken zur Energieversorgung in der Zukunft und speziell zur Kernfusion

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