Renje11
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..es meddig mered tagadni kedves baratom :)

//Istvan C

Fresco bei Klaus Balke, um 1975 - 1977.

A very nice picture. Greatings from Germeny Renje11

A nice traffic circle. I like the steam locomotives. Greetings from Germany Renje11

Stummer Zeuge der Jahrhunderte: Baudenkmal St.-Nikolaus-Kirche

Das einzige erhaltene Monument aus der Zeit der Gründung der Stadt

Große Werke kirchlicher Baukunst

Ein einzigartiges Dokument steht uns in einem alten Foto zur Verfügung. Es zeigt uns ein nüchternes und schlichtes Gotteshaus, das man auf den ersten Blick kaum als die St.-Nikolaus-Pfarrkirche erkennen würde. Und doch ist es diese Kirche, die ein Fotograf, der erste im alten Städtchen, mit seinem Ungetüm von Kamera mehr als 100 Jahren aufgenommen hat. Völlig schmucklos, ohne die kennzeichnenden Türmchen steht das Bauwerk da. Es vermittelt uns einen Eindruck von der Armut jener Zeit. Der letzte verheerende Stadtbrand hat 1795 auch die Kirche erfasst und Langhaus und Turm arg mitgenommen. Der Turm, so heißt es in einem Bericht, musste bis auf 80 Fuß abgetragen werden. Dann wurde er mit einem viereckigen Bretterbelag abgedeckt. Die Chortürme wurden niedergelegt. Bis 1832 war das Kirchendach aus Stroh. Der erbärmliche Zustand der Kirche wird noch durch dieses Foto rund 70 Jahre nach dem Brand deutlich. Die flache Abdeckung des Turms ist zu erkennen, es gibt keine Chortürme, die an der Ostseite des Langhausdaches flankieren. Die Seitenschiffe, so kann man ebenfalls erkennen, reichen nur bis zum Turm und sind noch nicht bis auf die Höhe des Hauptportals vorgezogen.

Die Baugeschichte des Gotteshauses im 19. Jahrhundert gestattet uns, den Zeitpunkt des alten Fotos ziemlich genau festzulegen. Erst 1868 habe die Kirche ihre erste durchgreifende Erneuerung erfahren, heißt es hier. Man verlängerte die Seitenschiffe bis zur Vorderfront des Turmes. Das alte Foto der Pfarrkirche muss also in jedem Fall vor 1868 entstanden sein, es ist also wenigstens 100 Jahre alt und als ältestes Foto in Wipperfürth überhaupt zu bezeichnen. Erst 1876 also 81 Jahre nach der Brandkatastrophe des Jahres 1795, wurde der Turm wieder zur alten Höhe emporgeführt.

Bei den Bauarbeiten für die neue Sakristei hat man vor Jahren (1961) an der Nordseite der Kirche alte Gräber und die Fundamente der Stadtmauer entdeckt, die im Abstand von 15 Metern an der Kirche vorbeiführte. Um die Kirche wie auch innerhalb des Kirchenraumes hat man bei Erdarbeiten in den letzten Jahren zahlreiche Gräber gefunden.

Alter Sitte gemäß ruhten auch in Wipperfürth die Toten in der Umgebung der Kirche, einige in der Kirche selbst. Im Jahre 1803 forderte die Regierung aus sanitären Gründen die Verlegung des Friedhofes. Der Magistrat sträubte sich, "da der Friedhof so wie so am äußersten Ende der Stadt gelegen", musste aber schließlich nachgeben.

1813 wurde der neue Friedhof im sog. "faulen Graben" an der Lüdenscheider Straße angelegt; seine Verwaltung ging am 1. April 1923 auf die Stadt über; dieser Friedhof wird heute nicht mehr genutzt.

Mit der Anlage eines neuen Friedhofes an der Weststraße, der auch heute noch genutzt wird, wurde 1949 begonnen.

Die katholische St. Nikolaus Pfarrkirche Unter den Gebäuden der Stadt ragt die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus mit etwa 57 Meter hervor. Sie wurde erst nach 1100 erbaut; denn die Verehrung des hl. Nikolaus kam im Abendlande erst auf, als sein Leichnam 1807 nach Bari in Italien überführt und der Jahrestag der Überführung, der 09. Mai, vom Pabst Urban II (1088 bis 1099) zum Festtag erhoben worden war. Anderseits war die Kirche schon fertig mit ihren beiden Chortürmen, die aber nicht achtseitig, sondern rund und weit höher als jetzt waren, und dem Turm dessen Seitentürmchen und Giebel aber nicht aus der ersten Bauzeit, sondern aus der Frühe des 13. Jahrhunderts stammen. Auch die Blendnischen, mit denen die Lichtgadenwand an der Südseite der Kirche zwischen den Fenstern belebt ist, gehören den ersten Bauarbeiten an. Bau und Ausbau der Kirche muss etwa in den Jahren 1143

Stadt Wipperfürth um 1715 nach Erich Philipp Ploennies Stadt Wipperfürth um 1715 nach Erich Philipp Ploennies

Die Umbauten, welche die Kirche im frühen 13. Jahrhundert erfuhr, waren die ersten, so auch die letzten größeren Arbeiten, die an ihr vorgenommen wurden. Trotz ihrer isolierten Lage wurde die Kirche während des Mittelalters viermal durch Stadtbrände mitbeschädigt, da Dach und Turmhelm Schindeln trugen. Sie wurde aber jedes Mal wiederhergestellt und hielt das Äußere bei, das uns das Stadtbild des Jahres 1715 von Ploennis zeigt. Im Jahre 1716 wurde der Turm ausgebessert und zugleich mit dem Kirchendach durch Schieferbelag gesichert. Außerdem waren im ausgehenden Mittelalter das nördlich Seitenschiff und das südliche Nebenchörchen durch derbe Strebepfeiler gestützt, da die Mauern infolge des Seitenschubes der Gewölbe auszuweichen drohten.

Durch den Stadtbrand 1795 erlitt sie solche Beschädigungen, dass der Turm, der bis zum Helm, 96 Fuß maß, bis auf 80 Fuß abgetragen werden musste. (Das Feuer war durch die hölzernen Schallluken in den Turm gelangt) Man schloss, da die Mittel fehlten, den Turm mit einfachem viereckigen Bretterbelag ab, legte die Chortürmchen nieder und versah bis 1832 das Kirchendach mit Stroh.

Die Kirche erfuhr seit 1868 eine durchgreifende Erneuerung nach den Plänen des Kölner Architekten Franz Schmitz. Ganz erneuert wurden die Seitenschiffe, die nach Westen hin um 2 Joche bis zur Turmfront verlängert wurden und größere Fenster erhielten, außerdem das südlich Seitenchörchen (mit dem leider nicht in den Gesamtstil der Kirche passenden dreiteiligen Rundbogenfenster) und das Mittelschiffgewölbe. Das von außen in die Turmhalle führende Portal wurde reicher ausgestaltet. Im Jahre 1876 wurde der Turm zur einstigen Höhe gebracht und 1888 wieder mit 4 Flankiertürmchen versehen. Das Chortürmchenpaar wurde wieder errichtet, eine neue Sakristei angebaut und der Ostgiebel erneuert. Leider hat der Architekt in dem Bestreben, die Kirche zu verschönern, dem alten Bestand nicht genügend Rechnung getragen und dadurch den ursprünglichen Stilcharakter des Baues getrübt.

In den Jahren 1936/37 wurde unter Pfarrer Wasiak eine durchgehende Reparatur des Hauptturmes durchgeführt.

Die innere Ausgestaltung hat sich im Laufe der Zeit verändert. Einst stand auf dem Hauptchor ein hoher steinerner Altar mit einer Abendmahldarstellung - sein Mittelstück steht jetzt in der Innenwand des rechte Seitenschiffseinganges. Eine Orgelempore war nicht vorhanden; die Sänger standen während des Gottesdienstes im linken Seitenchörchen.

Der hier befindliche Marienaltar mit der altehrwürdigen Muttergottesstatue (ein gutes Kölner Werk um 1400) wurde um 1700 in der Kapelle unter dem Turm untergebracht.

Das die Kirche dem hl. Nikolaus geweiht wurde, hat wahrscheinlich seinen Grund darin, dass Erzbischof Bruno, der erste Bischof aus dem Geschlecht der Grafen von Berg, auf einem Römerzug im Jahre 1137 zu Trani starb und im Nikolausdome beigesetzt wurde.

Alter Sitte gemäß ruhten auch in Wipperfürth die Toten in der Umgebung der Kirche, einige in der Kirche selbst. Im Jahre 1803 forderte die Regierung aus sanitären Gründen die Verlegung des Friedhofes. Der Magistrat sträubte sich, "da der Friedhof so wie so am äußersten Ende der Stadt gelegen", musste aber schließlich nachgeben.

1813 wurde der neue Friedhof im sog. "faulen Graben" an der Lüdenscheider Straße angelegt; seine Verwaltung ging am 1. April 1923 auf die Stadt über; dieser Friedhof wird heute nicht mehr genutzt.

Mit der Anlage eines neuen Friedhofes an der Weststraße, der auch heute noch genutzt wird, wurde 1949 begonnen.

Impressum | Elek. Kommunikation|Datenschutz | Stadt Wipperfürth - Marktplatz 1 - 51688 Wipperfürth - Telefon 02267-640

Das erste evangelische Gotteshaus stand zwei Jahre

Nicht leicht hatte es die Reformation in Wipperfürth. Die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde berichtet in ihren ersten Jahren zu Beginn des 17. Jahrhunderts von großen Schwierigkeiten, ja von Verfolgung und Ausweisung. Kurz nach 1610 erhielten die Anhänger der "neuen Lehre", wie es in einem Bericht heißt, im Rathaus, das sich damals in der oberen Stube der Petruskapelle am Markt befand, einen Gottesdienstraum. Nach der Einnahme der Stadt durch spanische Truppen im Jahre 1622 wurde den Protestanten die Ausübung des Gottesdienstes untersagt.

Nach langen Streitereien, auch mit den Glaubensgenossen, der benachbarten Kirchspiele Klaswipper und Rönsahl, erhielten die Lutheraner erst 1788 von der Regierung die Erlaubnis zur öffentlichen Religionsausübung in Wipperfürth. Bedingung war allerdings der Bau einer eigenen Kirche in Wipperfürth. Im heutigen Karl-Josef-Haus wurde am 18. Dezember 1788 das erste Konsistorium der neuen evangelischen Kirchengemeinde Wipperfürth gewählt. Endlich konnte 1793 eine eigene neue evangelische Kirche am Marktplatz eingeweiht werden. Die älteste evangelische Kirche in Wipperfürth stand an der gleichen Stelle wie das heutige Gotteshaus.

Zeichnung der ev. Kirche von 1789 Zeichnung der ev. Kirche von 1789

Kaum zwei Jahre stand diese Kirche, da vernichtete der Stadtbrand von 1795 auch diesen Bau. Die Sache der evangelischen Christen erhielt durch diese Katastrophe einen schweren Rückschlag. Erst 1877 wurde wieder eine neue evangelische Kirche eingeweiht. 1891 wurde Wipperfürth wieder selbständige Kirchengemeinde, nachdem die Trennung von der Nachbargemeinde Klaswipper vollzogen worden war. Erster Pfarrer wurde der unvergessene und hochgeachtete Friedrich Hunke.

Zeitgenössische Berichte wissen von dem Brand von 1795 zu sagen: "Die Feuerspritze aus Hückeswagen konnte nicht einmal durch die zerstörte Thorburg der Stadt eindringen und versuchte deshalb, jedoch gleichfalls vergebens vom Gaulbach her und vor dem Attendorner Thore ihr Löschwerk an der kurz zuvor fertiggestellten evangelischen Kirche".

Christian Heinrich Wülfing schreibt zur abgebrannten evangelischen Kirche:

„Der Verlust dieser Kirche traf die damalige lutherische Gemeinde um so härter, als ihr der Aufbau bereits eine beträchtliche Vorausgabe verursacht hatte, wie der nachstehende Erlaß des Landesherren beweist: „ Ihro Churfürstliche Durchlacht haben gnädigst geruhet, denen lutherischen Religionsgenossen zu gestatten, dass selbige in der Hauptstadt Wipperfürth eine lutherische Kirch gegen Erlegung eines gewissen Stückgeldes aufbauen mögen und zufolge gnädigsten mandati ist die von der lutherischen Gemeinde geschehen Angabe mit 500 Reichstalern ediktmäßig an den Rechner geschehen, gestalten davon 200 Reichstalern der Missionskapelle zu Kreuzberg zukommen, von den ferneren 300 Talern aber das Stadt-Armen-Hospital wieder repariert werden solle. Es wurden von der lutherischen Gemeinde diese 500 Reichstaler baar entrichtet und also verteheilt...

Der Grundstein für die heute am Marktplatz stehende evangelische Kirche wurde erst am 26. April 1875 gelegt; die feierliche Einweihung wurde am 6. Juni 1877 vollzogen.

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Die Stadt war seit frühester Zeit mit einer Stadtmauer umgeben, vermutlich wurde sie nach dem letzten großen Stadtbrand im Jahre 1795 „geschliffen“ (abgerissen).

Die Stadtmauer begann auf dem heutigen Klosterberg an der Siegburger Pforte, verlief den Schützengraben entlang herab zur Kölner Pforte, bog (hinter der Ellersecke) ab zur Mahlpforte (am Radium), wandte sich den Mühlengraben nach außen, an der Pfarrkirche vorbei zum Attendorner Tor und stieg am ehemaligen „Brunnen“ heute an der Gaulstraße (hinter dem Gebäude der Volksbank), wieder zu Höhe des Krähenberges hinauf um hinter dem Kloster den Ring der Stadtmauer wieder zu schließen.

Reste dieser Stadtmauer sind erhalten in der Baumschule an der Ringstraße. In jüngster Zeit wurden bei Erdarbeiten weitere Reste der Stadtmauer gefunden und katalogisiert, so im Bereich der „Ellersecke“ (Hochstraße), im Bereich der Stursbergsecke, sowie im Bereich der St. Nikolaus Pfarrkirche.

Die Geschichte des elektrischen Lichts begann im Jahre 1854 mit Heinrich Goebel, einem deutschen Techniker aus Springe bei Hannover. Er erfand die erste Glühlampe mit Kohlefaden, mit der er das Schaufenster seiner Uhrmacherwerkstatt in New York beleuchtete. Diese Idee entwickelte Thomas Alva Edison 1879 weiter und versah die Lampe mit einem Schraubsockel. Die erste elektrische Lichtquelle für die Serienfertigung war geboren. Ein Großbrand vernichtete im Jahr 1902 die in der Wipperfürther Stadtnähe liegende Spinnerei Drecker & Kuhlmann. Daraufhin gründete der Unternehmer Drecker gemeinsam mit Adolf Berrenberg – einem Mitarbeiter von Edison in Amerika – am 29. Januar 1904 die Berrenberg-Elektrizitäts-Werke GmbH. Am 17. Dezember 1904 benennt Richard Drecker das Unternehmen gemeinsam mit einem neuen Partner, Richard Kersting, um in Radium-Elektricitäts-Gesellschaft m.b.H. 1907 tritt Eugen Kersting, Sohn von Richard Kersting, ins Unternehmen ein und übernimmt 1917 nach dem Tod seines Vaters gemeinsam mit Richard Drecker die Werksleitung. Unter der technischen Leitung von Eugen Kersting nimmt Radium in den folgenden Jahren einen rasanten Aufstieg. Auch nach dem Tode Eugen Kerstings ist Radium an den entscheidenden Entwicklungen der Lampentechnologie beteiligt. Im Jahre 1967 wird in Deutschland die erste Farbfernsehsendung ausgestrahlt. Dank der farbfernsehgerechten Beleuchtung aus Wipperfürth kann „Der goldene Schuss“ in Farbe ausgestrahlt werden. Auch zur Olympiade in München 1972 liefert Radium einen neuen Lampentyp und stattet damit sämtliche Sportstätten aus. Heute werden bei Radium auf hochtechnologischen Fertigungslinien verschiedenste Lampentypen gefertigt – von einzelnen Spezialanfertigungen bis zu Großserien von mehreren Millionen Stück. Radium ist seit über 100 Jahren starker Partner des Fachhandels, und Lampen von Radium sind weltweit nur im Fachhandel erhältlich. Radium hat mittlerweile Partner in über 60 Ländern und liefert Licht aus Wipperfürth in die ganze Welt.

Das alte Kloster der Söhne des hl. Franziskus

Es ist eigenartig, dass die ältesten und hervorragendsten Zeugnisse des Alters und der glorreichen Geschichte der Stadt Wipperfürth ihre Kirchen sind.

Hoch über der Stadt und der St. Nikolaus-Pfarrkirche erhebt sich auf einem Hügel im Süden der Stadt, gleichsam als „Wachtburg“, das alte Kloster der Söhne des hl. Franziskus. Auf diesem „Klosterberge“ stand vordem eine Burg, aus deren Steine später Kirche und Kloster erbaut wurden. Die Burg beherbergte nach dem frühen Wegzug der Edelherren „von Wipperfürth“ ab 1143 ein Filialstift der Kanoniker von St. Aposteln in Köln. Nach ihrem Abzug, etwa gegen 1189, wurde es still um das Gebäude. Bei der Renovierung der Klosterkirche 1953/54 entdeckten die Bauleute im nördlichen Kreuzgang des alten Klosters einige Gräber aus der früheren Zeit. Damit war der Beweis erbracht, dass die Franziskaner nicht als erste auf dem Klosterberge gebaut haben. Auf diesem Berge stand mehr als nur die Stadtmauer mit dem mächtigen Siegburger-Tor, von dem noch heute Teile in einem Wohnhaus erhalten sind.

Aber erst mit dem Klosterbau begann ein neues, blühendes Leben hier oben, dessen Ausstrahlungen das ganze bergische Land durchdrangen.

Die Franziskanerklöster Mittel- und Westdeutschlands bildeten im 16. und 17. Jahrhundert zwei Ordensprovinzen, die Thüringische Provinz von der hl . Elisabeth für das mittlere und die sächsische Provinz vom hl. Kreuz für das westliche Deutschland.

Nach Genehmigung durch den Landesherren, Wolfgang Wilhelm, Herzog von Berg, berief der Wipperfürther Stadtrat, die ersten Mönche des hl. Franziskus nach hier. Ihre erste Niederlassung gründeten sie in einem Hause am Markt, das einem nach Köln verzogenen Dr. Düssel gehörte. Die ersten Mönche waren der Präses der Residenz zu Friesenhagen, Pater Ambrosius Pilgrim, aus Mainz gebürtig, und Pater Ernst Valentin aus dem Kloster zu Limburg. Beide brachten je einen Laienbruder mit. Das Haus am Markt war aber sehr bald zu klein. 1657 überließ der Stadtrat den Mönchen den Klosterberg zur „Erbauung eigener Kirchen und eigenes Kloster“. Bis dahin war der gesamte Gottesdienst in der Pfarrkirche gehalten worden. 1662 konnte jetziger Ostflügel des Klosters gerichtet werden. Er enthielt auch eine kleine Kapelle, die heutige Sakristei. Stadt, Landherr und Bürger waren sich einig in der Förderung des Klosterbaues. In den Jahren 1670 bis 1674 konnte nicht nur die Kirche erbaut werden, sondern auch der Süd- und Westflügel. Sie bildeten mit dem 1622 gebauten Ostflügel ein Klosterviereck mit Innenquadrum, 1747 erlaubte der Stadtrat die Verlängerung des Westflügels bis zur Stadtmauer. Damit erhielt die ganze Anlage ihre heutige Gestalt.

Zur Inneneinrichtung des Klosters stiftete der Rat der Stadt im Jahre 1689 65 Reichstaler. Das Kircheninnere ist in schlichtem Barock gehalten. Altar, Kanzel und Beichtstühle präsentieren sich heute in ihren ursprünglichen Farben.

Im Jahre 1673 wohnten im Kloster acht Patres und sechs Laienbrüder, 1736 waren es sechzehn Patres und sieben Brüder. Später stieg die Zahl der Patres bis auf achtundzwanzig. Der eigentliche Klosterebau vollzog sich unter Aufsicht des Guardians Pater Heinrich Schawenburg. Durch ihr vorbildliches Leben und ihre segensreiche Tätigkeit erwarben sich die Patres „Uff‘m Berge“ die Achtung und Anhänglichkeit der Bürgerschaft und des Rates der Stadt und darüber hinaus des gesamten Bergischen Landes. Der Stadtrat überließ dem Konvent das Gelände ostwärts des Klostergebäudes bis zur Stadtmauer für Hofraum, Garten und Bauernhof, befreite ihn von Malgebühren in den Stadtmühlen, schenkte ihm den Wein für fremde, übernachtende Patres und gewährte ihm zehn Taler für die Begleitung der Agathaberger Prozession.

Neben ihrer priesterlichen Tätigkeit versahen die Patres den Gymnasialunterricht. Außerdem waren sie gern gesehene und begehrte Aushilfsseelsorger in Olpe, Wipperfeld, Kreuzberg, Thier, Agathaberg, Jostberg (Hämmern) und Kempershöhe. Sie missionierten in Hückeswagen, Radevormwald, Hagen und Barmen.

Ungehindert walteten die Franziskaner von Wipperfürth mehr als anderthalb Jahrhunderte ihres Amtes, bis der furchtbare Stadtbrand von 1795 ihre Kirche bis aufs Gewölbe und die übrigen Klosterbauten bis auf die Mauern zerstörte. Die durch Gelübte schon armen Patres wurden jetzt erst recht arm. Die sonst hilfsbereite Bürgerschaft hatte selbst Hab und Gut verloren, denn nur sieben Häuser überstanden den Brand. Das noch gerettete Gut wurde den Bürgern von französischen Revolutionstruppen abgenommen. Im Jahre 1803 war die Not der Patres und Brüder bis zum „Brotmangel“ gestiegen. Ein neuer Aufstieg war dem Kloster versagt.

Am 31. Juni 1804 verfügte der Landesherr, Kurfürst Maximilian Josef von Bayern, die Auflösung aller Bettelorden in seinem Lande. Zwar wurde Wipperfürth als Zentralkloster bestimmt, aber am 08.11. 1812 musste diese Eigenschaft an das Kloster in Neviges abgetreten werden. Die letzten Patres verließen das Kloster im Jahre 1818.

Im Jahre 1826 ging das Kloster in das Eigentum der Stadt Wipperfürth über. Sie schenkte die Klosterkirche der Katholischen Pfarrgemeinde Wipperfürth. Das Gebäude beherbergt heute die Familienbildungsstätte „Haus der Familie“.

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