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Photos by Benedikt Jorns: on the map, in Google Earth (KML)

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Benedikt Jorns's conversations

Benedikt Jorns said:

Die Meinungen über den zukünftigen weltweiten Energieverbrauch und über die zu erwartenden Anteile der verschiedenen Energiequellen gehen stark auseinander. Das ist in der heutigen Situation sehr verständlich; es ist alles andere als einfach, Voraussagen zu machen. Hier ist ein Versuch, die Entwicklung des weltweiten Energieverbrauchs sowie der Nutzung von erneuerbaren Energien und der Kernenergie bis ins Jahr 2200 grafisch darzustellen. Auch wenn diese Abschätzungen zum heutigen Zeitpunkt nur meine persönliche Sicht wiedergeben und wohl noch weit entfernt von der kommenden Realität sind, können sie im Vergleich zu anderen Voraussagen bei der Diskussion nützlich sein. Es ist anzunehmen, dass während den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Sicht in unsere Energie-Zukunft langsam vom heute noch vorhandenen Nebel der Unsicherheit befreit wird. Die hier gezeigten Grafiken sind stets an die neusten Erkenntnisse anzupassen.


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Benedikt Jorns said:

Die Meinungen über den zukünftigen weltweiten Energieverbrauch und über die zu erwartenden Anteile der verschiedenen Energiequellen gehen stark auseinander. Das ist in der heutigen Situation sehr verständlich; es ist alles andere als einfach, Voraussagen zu machen. Hier ist ein Versuch, die Entwicklung des weltweiten Energieverbrauchs sowie der Nutzung von erneuerbaren Energien und der Kernenergie bis ins Jahr 2200 grafisch darzustellen. Auch wenn diese Abschätzungen zum heutigen Zeitpunkt nur meine persönliche Sicht wiedergeben und wohl noch weit entfernt von der kommenden Realität sind, können sie im Vergleich zu anderen Voraussagen bei der Diskussion nützlich sein. Es ist anzunehmen, dass während den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Sicht in unsere Energie-Zukunft langsam vom heute noch vorhandenen Nebel der Unsicherheit befreit wird. Die hier gezeigten Grafiken sind stets an die neusten Erkenntnisse anzupassen.


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Benedikt Jorns said:

Der Bau von neuen Kernkraftwerken ist nur in einem breit abgestützten Gesamtkonzept denkbar.

Das Bewilligungsverfahren und der Bau von Kernkraftwerken dauern in unserer direkten Demokratie sehr lange. Kein anderes Land benötigt dazu fast 20 Jahre. Die Entwicklung des Stromverbrauchs während dieser Zeit ist schwierig vorauszusehen. Eine Extrapolation der Verbrauchszahlen aus der letzten Vergangenheit auf eine so lange Zeitspanne ist wegen den kommenden Einflüssen ohne grossen Aussagewert. Einerseits wird von einigen Experten eine beachtenswerte Effizienzsteigerung beim Energieverbrauch in der Schweiz vorausgesagt, andrerseits gibt es mehrere Gründe dafür, dass in den kommenden Jahren eine spürbare Verlagerung von den fossilen Heiz- und Treibstoffen zur elektrischen Energie stattfinden wird. Neubauten werden in Zukunft vorwiegend mit strombetriebenen Wärmepumpen ausgerüstet (parallel zur Einführung des Minergie-Standards). Autos mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Batterien für einen Aktionsradius bis zu ca. 200km sind von mehreren bekannten Herstellern bereits ins Programm der nächsten Jahre aufgenommen worden. Bei längeren Fahrstrecken und/oder schweren Fahrzeugen ist die Brennstoffzelle eine sinnvolle Stromlieferantin für den Elektroantrieb. Der dabei benötigte Wasserstoff kann gemäss neusten Studien am effizientesten dezentral durch Elektrolyse von Wasser hergestellt werden. So kann das notwendige Tankstellennetz ohne Transportkosten betrieben werden. (Die für den Transport notwendigen Behälter würden den Wasserstoff massiv verteuern. In Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung und zentral möglicher Treibstoffversorgung ist die direkte Herstellung von Wasserstoff durch Solarenergie zu erwarten. Der Einsatz von fossilen Brennstoffen oder Bio-Treibstoffen für die Wasserstoff-Herstellung ist keine nachhaltige Lösung.) Diese Entwicklung führt zu einem wesentlich höheren Anteil der elektrischen Energie am gesamten Energieverbrauch. Die seit einigen Jahren markant steigenden Preise für Heiz- und Treibstoffe könnten schneller als bisher erwartet zu einem stark steigenden Strombedarf führen.

Was wir heute brauchen sind mehrere konkrete Projekte der Elektrizitätsgesellschaften für die Nutzung von erneuerbarer Energie und Kernenergie. Das zu realisierende Gesamtpaket wird dann zusammen mit den Stromlieferanten auf dem politischen Parkett bestimmt und muss auch die Mitarbeit von konstruktiv denkenden Umweltschützern umfassen.


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Benedikt Jorns said:

Der Bau von neuen Kernkraftwerken ist nur in einem breit abgestützten Gesamtkonzept denkbar.

Das Bewilligungsverfahren und der Bau von Kernkraftwerken dauern in unserer direkten Demokratie sehr lange. Kein anderes Land benötigt dazu fast 20 Jahre. Die Entwicklung des Stromverbrauchs während dieser Zeit ist schwierig vorauszusehen. Eine Extrapolation der Verbrauchszahlen aus der letzten Vergangenheit auf eine so lange Zeitspanne ist wegen den kommenden Einflüssen ohne grossen Aussagewert. Einerseits wird von einigen Experten eine beachtenswerte Effizienzsteigerung beim Energieverbrauch in der Schweiz vorausgesagt, andrerseits gibt es mehrere Gründe dafür, dass in den kommenden Jahren eine spürbare Verlagerung von den fossilen Heiz- und Treibstoffen zur elektrischen Energie stattfinden wird. Neubauten werden in Zukunft vorwiegend mit strombetriebenen Wärmepumpen ausgerüstet (parallel zur Einführung des Minergie-Standards). Autos mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Batterien für einen Aktionsradius bis zu ca. 200km sind von mehreren bekannten Herstellern bereits ins Programm der nächsten Jahre aufgenommen worden. Bei längeren Fahrstrecken und/oder schweren Fahrzeugen ist die Brennstoffzelle eine sinnvolle Stromlieferantin für den Elektroantrieb. Der dabei benötigte Wasserstoff kann gemäss neusten Studien am effizientesten dezentral durch Elektrolyse von Wasser hergestellt werden. So kann das notwendige Tankstellennetz ohne Transportkosten betrieben werden. (Die für den Transport notwendigen Behälter würden den Wasserstoff massiv verteuern. In Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung und zentral möglicher Treibstoffversorgung ist die direkte Herstellung von Wasserstoff durch Solarenergie zu erwarten. Der Einsatz von fossilen Brennstoffen oder Bio-Treibstoffen für die Wasserstoff-Herstellung ist keine nachhaltige Lösung.) Diese Entwicklung führt zu einem wesentlich höheren Anteil der elektrischen Energie am gesamten Energieverbrauch. Die seit einigen Jahren markant steigenden Preise für Heiz- und Treibstoffe könnten schneller als bisher erwartet zu einem stark steigenden Strombedarf führen.

Was wir heute brauchen sind mehrere konkrete Projekte der Elektrizitätsgesellschaften für die Nutzung von erneuerbarer Energie und Kernenergie. Das zu realisierende Gesamtpaket wird dann zusammen mit den Stromlieferanten auf dem politischen Parkett bestimmt und muss auch die Mitarbeit von konstruktiv denkenden Umweltschützern umfassen.


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Pasjoesja said:

I will think about this, again,

Gruesse aus Amsterdam


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Benedikt Jorns said:

Es sind nicht die in Stein gemeisselten Gebote, es ist die sich mit der Gesellschaft entwickelnde Ethik, welche uns weiter bringt.

Die Förderung des Lebensglücks von uns allen und von unseren Nachkommen macht uns zufrieden und lässt uns auf eine gute Zukunft hoffen.

Die Zehn Gebote in den verschiedenen Religionen gelten als göttliche Offenbarungen. Sie werden ergänzt durch Regeln von Propheten und Kirchenvätern. Nicht immer fördert dies das friedliche Zusammenleben der Menschen. Manchmal werden nur harmlose Regeln fürs Essen und Kleidertragen vorgeschrieben oder – schon etwas kritischer – Vorschriften fürs Sexualleben gemacht. Doch manchmal werden sogar Terrorismus und „heilige Kriege“ propagiert. Vielleicht sollten wir den Mut haben, uns selbst Gedanken über Ethik zu machen. So entstanden zum Beispiel meine eigenen 5 Lebensregeln. Sie sind ganz einfach und leicht verständlich. Sie helfen mir jeden Tag, mich selbst und meine Mitmenschen glücklich zu machen.


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Benedikt Jorns said:

Es sind nicht die in Stein gemeisselten Gebote, es ist die sich mit der Gesellschaft entwickelnde Ethik, welche uns weiter bringt.

Die Förderung des Lebensglücks von uns allen und von unseren Nachkommen macht uns zufrieden und lässt uns auf eine gute Zukunft hoffen.

Die Zehn Gebote in den verschiedenen Religionen gelten als göttliche Offenbarungen. Sie werden ergänzt durch Regeln von Propheten und Kirchenvätern. Nicht immer fördert dies das friedliche Zusammenleben der Menschen. Manchmal werden nur harmlose Regeln fürs Essen und Kleidertragen vorgeschrieben oder – schon etwas kritischer – Vorschriften fürs Sexualleben gemacht. Doch manchmal werden sogar Terrorismus und „heilige Kriege“ propagiert. Vielleicht sollten wir den Mut haben, uns selbst Gedanken über Ethik zu machen. So entstanden zum Beispiel meine eigenen 5 Lebensregeln. Sie sind ganz einfach und leicht verständlich. Sie helfen mir jeden Tag, mich selbst und meine Mitmenschen glücklich zu machen.


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Benedikt Jorns said:

Neue Kernkraftwerke der Generation III werden zwar einige Neuerungen zur Erhöhung der Betriebssicherheit bringen und damit das Risiko einer radioaktiven Verseuchung der Umgebung weiter reduzieren, doch grundlegende Neuentwicklungen bringen sie nicht. Es ist die letzte Generation von Kernkraftwerken, die noch vorwiegend mit Uran 235 gefüttert werden und die uns bekannten radioaktiven Abfälle erzeugen. Erst ab etwa 2030 werden mit der Generation IV völlig neue Konzepte zur Anwendung gelangen.

Das geplante Kernkraftwerk Gösgen II soll etwas anders aussehen als das bestehende KKW. Hohe Kühltürme mit aufsteigendem Wasserdampf werden in Zukunft wie alte Dampflokomotiven an vergangene Zeiten erinnern.


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Benedikt Jorns said:

Unser Leben bietet viele Möglichkeiten für Trainings. So kann ich etwa beim Joggen nicht nur meine Ausdauer verbessern, sondern gleichzeitig die unterschiedlichsten Dinge trainieren. Ich kann z.B. lernen, Spass an etwas zu entwickeln, dem ursprünglich meine angeborene Faulheit im Wege stand. Mit etwas kreativem Denken erkennt man da rasch einige Möglichkeiten. So dauert mein Joggen nicht sehr lange; vorerst ging es nur eine halbe Stunde. Das kostet nicht viel Zeit und überfordert mich nicht. Zudem ist mein Tempo an meine Möglichkeiten angepasst. Ich habe bald einmal begriffen, dass es viel mehr Spass macht und erst noch sinnvoller ist, lediglich im aeroben Bereich zu joggen und den anaeroben Bereich zu meiden (spürbar durch aufkommenden sauren Geschmack im Mund). Wer nach dem Joggen eine Erholungspause benötigt, welche länger als das nachfolgende Duschen dauert, hat zuviel von sich verlangt. Für meine Motivation wirkt sich auch günstig aus, dass meine Joggingkleider für die verschiedenen Wetterbedingungen griffbereit sind, ich unmittelbar bei der Haustüre mit joggen beginnen kann und meine Route durch eine attraktive, abwechslungsreiche Gegend führt.

Es gibt noch ganz viele andere Dinge, die man beim Joggen trainieren kann. Z.B. hatte ich vorerst etwas Mühe mit den vielen Hunden und ihren Besitzern. Als Jogger weiss man oft nicht so recht, ob man bei einem Hund den instinktiven Jagdtrieb anregt. Ich habe grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder kann ich über die vielen Hunde und ihre Besitzer schimpfen und meine Abneigung gegen diese Wesen bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit kundtun oder ich kann lernen, dank einigen kleinen Tricks mit Hunden und ihren Besitzern umzugehen. Das Zweite ist nicht nur die bessere Lösung sondern macht mit jedem kleinen Verbesserungsschritt auch richtig Spass. Ich begegne beim Joggen ja meistens denselben Hunden und ihren Besitzern. Es ist offensichtlich, dass ein Hund und sein Besitzer ein eingespieltes und sich bestens kennendes Paar ist. Wenn ich stets freundlich grüsse, sieht der Hund in mir kein Objekt, dem man unbedingt Eindruck machen muss. Im Zweifelsfall wechsle ich für einige Schritte vom Joggen zum Gehen. Wenn der Besitzer stehend den Hund zu sich nimmt oder mir doch wenigstens zuruft, ich brauche keine Angst zu haben, dann danke ich dafür laut und freundlich. Manchmal habe ich das Glück, dass gerade ein anderer Hundebesitzer zuschaut und sieht, wie man es eigentlich machen müsste.

Einmal habe ich mich im Internet schlau darüber gemacht, welche Bäume in unseren Wäldern wachsen. Ich weiss jetzt, wie unser Wald in den Urzeiten ausgesehen hat und welche Bäume bei uns eingeführt wurden. Ich habe beobachten können, wie nach Stürmen mit grossem Waldschaden von den Förstern ein neuer Mischwald angestrebt wird, der doch etwas anders als der frühere aussieht. Ich kenne mittlerweile die Rehe und Hasen in unserem Wald und hoffe jeden Herbst, dass die paar wenigen Exemplare die Jagdsaison glücklich überstehen. Ich begegne auch immer wieder seltenen Vögeln und dank dem Internet lerne ich die Vogelwelt langsam kennen. Ich kann Wolken und Wetter, neu entstehende Häuser und Gärten, das Treiben der Bauern und vieles mehr beobachten. Es kommt mir stets vor, als würde ich mich beim Joggen darüber vergewissern, ob „meine Welt“ noch in Ordnung ist und ob es etwas Neues zu entdecken gibt.

Übrigens: Am So 19.Okt.08 findet erstmals der Bremgartenlauf statt. Ich bin dabei!


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Benedikt Jorns said:

In Finnland wird zurzeit ein Kernkraftwerk mit dem neuartigen Reaktortyp EPR der Generation III+ gebaut. Frankreich und Grossbritannien werden in den nächsten Jahren eine grössere Zahl von solchen Kernkraftwerken bauen. Die Elektrizitätsgesellschaften in der Schweiz beabsichtigen, bis Ende 2008 mehrere Projekte für neue Kernkraftwerke beim Bundesrat einzureichen. Dieser hat bereits angekündigt, grundsätzlich solche Vorhaben zu unterstützen. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt sein, dass auch Projekte mit erneuerbaren Energien vorangetrieben werden. Die Meinungen von Parlament und Volk stehen noch nicht fest. Es ist nicht einfach, die für die Diskussion notwendigen Kenntnisse zu besitzen. Wir sind alle aufgefordert, uns intensiv und ohne Vorurteile mit dem Thema zu befassen. Anders denkende Mitbürger haben auch ihre berechtigten Argumente. Das Ergebnis einer wahrscheinlich stattfindenden Volksabstimmung ist – gleich wie sie ausfällt – zu respektieren. Ein zentraler Punkt der Diskussion wird die Beurteilung der von den Kernkraftwerken ausgehenden Risiken sein.

Die drei im Vordergrund stehenden Gefahren von Kernkraftwerken sind:

  1. Die Kernschmelze. Die ablaufenden Kernprozesse geraten vorerst wegen unvorhergesehenen Ereignissen ausser Kontrolle, werden stets intensiver und bringen schliesslich den Brennstoff zum Schmelzen. Es besteht ein nicht einfach einzuschätzendes Risiko, dass dabei eine grosse radioaktive Bestrahlung der Umgebung stattfindet. Bisher ist genau zweimal ein Schmelzen des Brennstoffes in einem Kernkraftwerk geschehen: In Three Mile Island bei Harrisburg (USA) funktionierten bei einer Kernschmelze am 28. März 1979 die vorhandenen Sicherheits-Einrichtungen so, dass die radioaktive Bestrahlung der Reaktorumgebung innerhalb der vorgegebenen Toleranzwerte blieb. In Tschernobyl (Ukraine) trat am 26. April 1986 nach einem Brand des Graphit-Moderators eine riesige Menge von radioaktivem Staub aus und verteilte sich mit dem Wind über ein grosses Gebiet. Es zeigte sich dabei, dass Reaktoren ohne eine genügend sichere Betonumhüllung und einem Graphit-Moderator ein untragbares Risiko darstellen. In der Schweiz sind keine derartigen Reaktoren im Einsatz. Die EU verlangt seither von neu beitretenden Oststaaten, dass solche Kernkraftwerke ausser Betrieb gesetzt werden. Um das Risiko einer Kernschmelze besser abschätzen zu können und es durch entsprechende Massnahmen stets kleiner werden zu lassen, geht man folgendermassen vor: Man definiert den so genannten „GAU“ (= grösster möglicher Unfall bei einem Kernkraftwerk). Dabei denkt man sich alle möglichen Szenarien aus, die sich in einem Kernkraftwerk abspielen könnten. Durch Nachrüstungen und Auflagen für neue Reaktoren versucht man zu erreichen, dass der definierte GAU nicht zu einer Katastrophe ausserhalb des Reaktors führen kann. Als Super-GAU bezeichnet man ein Ereignis, welches trotz den erfolgten Massnahmen zu einem die nähere oder weitere Umgebung des Reaktors radioaktiv verseuchenden Unfall führen würde. Der geschmolzene Brennstoff würde in den neuen Kernkraftwerken vom Typ EPR in eine unter dem Reaktor vorhandene gekühlte Schale fliessen. Gemäss den Konstrukteuren wären dabei keine Evakuierungen in der Umgebung des Reaktors nötig. Im Kernforschungszentrum Cadarache in Südfrankreich werden Katastrophenfälle für Kernkraftwerke simuliert, um neue Erkenntnisse zur Vermeidung eines Super-GAU zu erhalten. Am selben Ort entsteht zurzeit der Fusionsreaktor ITER. In kleinerem Massstab beherrscht man zwar heute die Kernfusion in weltweit ca. 50 Versuchsreaktoren, doch sind für den Dauerbetrieb und eine positive Energiebilanz grössere Reaktoren notwendig. ITER soll noch vor 2020 ihre Machbarkeit beweisen. Eine Kernschmelze ist in einem Fusionsreaktor nicht mehr möglich. Der Erfolg des Projekts ist noch unsicher. Die in diesem multinationalen Projekt arbeitenden Forscher sind jedoch zuversichtlich und glauben an den Erfolg von ITER. Argumente der Kernkraftwerkgegner haben dazu beigetragen, dass die Betriebssicherheit der Reaktoren schon seit mehreren Jahrzehnten das wichtigste Ziel der Forschung und der Weiterentwicklung ist. Die heutigen Kernkraftwerke haben zwar noch ein Restrisiko, doch wird ihre Betriebssicherheit stets grösser. Insbesondere die maximal mögliche Ausbreitung einer radioaktiven Verseuchung nimmt stark ab.

  2. Radioaktive Abfälle aus den heute laufenden Kernkraftwerken strahlen noch während vielen Jahrtausenden. Hochaktive und langlebige mittelaktive Abfälle dürfen erst nach einer kontrollierten Zwischenlagerung über ungefähr ein halbes Jahrhundert in ein Endlager gebracht werden. Zu diesem Zweck besitzt die Schweiz ein hochmodernes Zwischenlager. Ab 2040 – 2050 sind in der Schweiz erste Endlagerungen vorgesehen. Nach lang dauernden Untersuchungen hat sich die Nagra dafür entschieden, der Endlagerung in Opalinuston den Vorzug zu geben. Die von radioaktiven Abfallprodukten aus Kernkraftwerken und medizinischen Quellen ausgehenden Gefahren dürfen wir nicht unterschätzen. Die langfristige Entsorgung der anfallenden Produkte kann als lösbare Aufgabe angesehen werden. Der Bundesrat hat im Juni 2006 den Entsorgungsnachweis als erfüllt betrachtet. Da die Endlagerung nicht unter Zeitdruck erfolgen muss, können wir die vorgeschlagene Lösung weiterhin hinterfragen und allenfalls verbessern. Wesentlich kleiner wäre das Abfallproblem bei der Kernfusion. Die auftretende Radioaktivität ist kurzlebiger. Nach ca. 100 Jahren können die gelagerten Innenwandelemente wieder verwendet werden.

  3. Die Verbreitung von Nuklearwaffen durch die friedliche Nutzung der Kernenergie (= Proliferation) ist eine Gefahr, deren Bewältigung – wie leider vieles auf dieser Erde – für uns Menschen eine Daueraufgabe bleiben wird. Immerhin existiert ein Atomsperrvertrag und wird durch die Internationale Energie-Agentur (IEA) nach deren Vorgaben kontrolliert. Länder, die sich dieser Kontrolle widersetzen, werden als Risikoländer erkannt. Etwa ab 2030 sollen Reaktoren der Generation IV einsetzbar sein. In diesen werden die radioaktiven Abfälle zu einem grossen Teil wieder in den Brennstoffkreislauf zurückgeführt. Der mögliche Einsatz für die Bereitstellung von waffentauglichem Plutonium wird damit unattraktiv gemacht.


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